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MEDOC-WEIN-MARATHON 2013
»Besser berauscht laufen, als laufend berauscht« - dachten sich 5 LWV-er/innen. Wolfgang S. ist inzwischen wieder nüchtern und berichtet exklusiv.
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Ob das gesund ist?
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Undercover und doch erkannt durch die Hauptstadt.
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In den Alpen rief der Berg und Kathrin und Rainer haben gut zugehört.
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Immer rund um de Insel rum Palms und Werner 'Eisenhart' begaben sich auf hohe See.
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Welcher, wenn nicht der! Kathrin und Rainer mussten es unbedingt ausprobieren...
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BERLIN MARATHON 2010
In diesem Jahr etwas ungemütlich...
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Der Marathon der besonderen Art...
BARCELONA 2010
Erik und Wolfgang L. rannten mit 10.998 anderen Läuferinnen und Läufern in Barcelona um die Wette.
Hier ist zu lesen, wie es ihnen dabei erging...
ANTALYA 2010
8 Läuferinnen, Läufer und Begleiterinnen waren in der Türkei zum Marathon in Antalya. Wolfgang Sarembe hat einen Bericht geschrieben...
17. KONDIUS BERLINER MARATHON-STAFFEL
Am 15. November 2009 hoben 10 Frauen und Männer des LWV beim Staffel-Marathon kurzzeitig vom Tempelhofer Fluplatz ab und landeten im Ziel als 114. und 181. von 1025! Was sonst noch passierte, darüber berichten Palms...
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NUR 26,2 MEILEN UND SCHON IM ZIEL (Ulrike und Palms)

Katrin Palm, Ulrike Stiller, Rainer Palm und Wolfgang Kettmenn wagten den Sprung über den großen Teich zum New York City-Marathon 2009 und haben viel zu berichten. Mehr...

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31. Istanbuler Eurasia-Marathon 2009 (Erik Fessel)

Ein Marathon in 1001er Nacht

Mit einer E-Mail eines Freundes Ende 2008 fing alles an: „Bin gerade am Bosporus. Es ist so genial. Im Oktober 2009 ist hier ein Marathon: Wer kommt mit?“
Dies war für einige Lauffreunde aus Kassel der Anlass, um tatsächlich eine Reise zum 31. Istanbuler Eurasia-Marathon, dem ältesten Marathonlauf der Türkei, in Angriff zu nehmen. Der Inhaber eines Reisebüros, in der Türkei geboren und selber laufbegeistert, übernahm den organisatorischen Part (Flug, Unterkunft, Anmeldung) und fuhr auch gleich mit, um die „Reiseleitung“ und das Rahmenprogramm vor Ort zu gewährleisten. So trafen sich insgesamt sieben Läufer (mich hat man freundlicherweise in diesen Hessen-Kreis aufgenommen) am 16.10. in Kassel-Wilhelmshöhe, um mit Turkish Airlines von Frankfurt/M. nach Istanbul zu fliegen.
Die Stadt empfing uns mit viel Regen und einer großen Betriebsamkeit. Am Abend wurde bis in die Nacht hinein über den Dächern der Stadt („Life Roof“) zunächst die Ankunft gefeiert, ehe es am nächsten Tag - verbunden mit einer kleinen Stadterkundung - zur Marathonmesse ging, um die Startunterlagen in Empfang zu nehmen. Die Marathonmesse war klein, aber fein und gut organisiert. Neben der Pasta-Party und den üblichen Verkaufsständen fand ein kleines Rahmenprogramm statt, in dem u.a. eine Tanzgruppe und auch ein Feuerschlucker auftraten.

Der Marathontag selbst begann mit einem etwas hektischen und wenig komfortablen Bustransfer vom Taksim-Platz über die Bosporus-Brücke auf die asiatische Seite der Stadt, wo der Start erfolgen sollte. Aus dem anfangs leichten Nieselregen wurde inzwischen ein handfester Dauerregen, der den Lauf-Enthusiasmus mit Verlassen der Busse auf ein Minimum reduzierte. Zum Glück konnte ich mich - auf sonst freier Fläche - mit in einen kleinen Fußgängertunnel hineindrängen, den leider schon eine Menge anderer Läufer zuvor entdeckt hatte, um die notwendigen Startpräparationen halbwegs im Trockenen durchzuführen.
Mit dem Startschuss ging es dann sofort über die Bosporus-Brücke zurück nach Europa. Durch den nun nachlassenden Regen war der eigentlich atemberaubende Ausblick auf den Bosporus etwas getrübt. Dennoch war es ein Riesen- und wohl einmaliges Erlebnis, von einem Erdteil auf einen anderen zu laufen!!!
Das Wetter wurde zwar zunehmend besser (fast schon wieder zu warm!!!), aber die km-Schilder ließen auf sich warten. Es war anfangs leider nur jeder 5. km ausgewiesen, am Ende konnte man dann jeweils 2,5 km geistig abhaken und zeitlich kontrollieren. Da die Zuschauer-Resonanz auch nicht annähernd mit dem Berlin-Marathon oder anderen traditionsreichen Läu-fen vergleichbar ist, war man den größten Teil der Strecke mit den anderen Sportlern allein auf der Straße. Nach ca. 10 km trennten wir Marathonis uns von den 15km-Läufern, um unsere Sight-Seeing-Tour entlang der Uferstraße des Goldenen Hornes und des Marmarameeres fortzusetzen.
Die Strecke selbst war sehr anspruchsvoll, was vor allem zwischen dem 20. und 30 km bei langen und kräftezehrenden Anstiegen zu spüren war. Nach knapp 3:31 Stunden konnte ich dann nach einem fast gleichmäßigen und problemfreien Lauf die Ziellinie nahe der berühmten Blauen Moschee passieren. Insgesamt haben 788 Männer und 130 Frauen den Marathon-Lauf erfolgreich beendet.

Am Abend durften wir uns dann bei einem Hamam-Besuch in Üsküda (asiatischer Teil Istanbuls) von den Strapazen des Laufes erholen. Etwas Besseres kann es nach einem Marathonlauf wirklich kaum geben - danke Bünjamin!!!
Den letzten Tag nutzten wir, um bei nun perfektem, fast sommerlichen Wetter den Bosporus per Schiff zu erkunden. Es war faszinierend, die vielen Moscheen und Minarette vom Wasser her betrachten und die Silhouette Istanbuls bei Sonnenuntergang bestaunen zu können.
Danach hieß es leider schon, sich von der äußerst interessanten Stadt verabschieden zu müssen. Bis zum frühen Morgen feierten wir mit viel Efes-Pils und Raki J in einem Restaurant auf der Flaniermeile der Stadt (Istiklal Caddesi) unseren erfolgreichen Lauf- und Reiseverlauf.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Eurasia-Marathon ein sehr schöner Lauf ist, den man wirklich mal erlebt haben sollte. Und Istanbul ist auch ohne Lauf immer eine Reise wert!!!

Erik













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San Francisco Marathon 2009 (Wolfgang Sarembe)

Nach dem doch eigentlich gelungenen Super-Marathon am Rennsteig dachte ich mir, die Hügel von San Francisco werden auch noch zu schaffen sein.
Über Los Angeles, Grand Canyon, 3 weiteren Natiuonalparks und Las Vegas ging es nach San Francisco. Bei Temperaturen zwischen 28 und 48° auf der
Rundfahrt lernt man die Klimaanlagen zu schätzen. Nur bei den Trainingsläufen kann man sie nicht mitnehmen. Da muss man sehen wie man einen Kompromiss mit den Höhenlagen findet.
Von Las Vegas (45°) nach San Francisco (14°) gab es dann am Ankunftstag erst mal einen „Frier-Schock“. Der Lauf am nächsten Tag runter zum Hafengelände war sehr angenehm und lies Hoffnung für den Marathon aufkommen.
Die Marathon-Messe war super organisiert und bei 90$ Startgebühr ist das Funktionsshirt und viel Kleinkram mit drin. Sportbekleidung incl. Schuhe sind
sehr preiswert zu erwerben.
Am Sonntag war frühes aufstehen angesagt, denn die öffentlichen Vekehrsmittel sind da noch im Nachtschlaf. Also um 4.00 zu Fuss zum Start. Waren aber nur
gut 2 Kilometer. Die Startwellen werden alle 6 min. abgeschickt, um das Feld bis zur Golden Gate Bridge zu entzerren. Die ersten Wellen haben auf den ersten
Meilen noch Dunkelheit. Bis zur Brücke ist es dann aber für alle hell.
Wegen dem reichlichen Nebel zu dieser Jahreszeit kann von dieser schönen Hängebrücke aber die über 200m hohen Pfeiler nicht bis oben sehen (zu dieser Mor-
genstunde). Dennoch sehr beeindruckend diese für viele schönste Brücke der Welt.
Nach einer Schleife geht es dann über die Brücke wieder zurück.
Die Streckenführung ist ziemlich anstrengend, denn die Stadt liegt auf ausnahmslos hügligem Grund. Da hätte man schon hier und da gerne das sonst auch so gerne benutzte Cable Car in Anspruch genommen. Nach 30 km ist die Kraft einfach weg an den Anstiegen und nur noch der Durchhaltewille trägt einem.
Nach 3.58 war dann das Ziel erreicht und ich konnte mich erschöpft auf eine Bank fallen lassen (siehe Bild).
Die Stadt und auch der Marathon sind sehr beeindruckend und haben eine tolle Atmosphäre.
Am nächsten Tag war dann ein Ausflug zur Gefängnisinsel Alcatraz gebucht. Dieser alte Hochsicherheitstarkt ist heute Museum und bei der Führung läuft einem so mancher Schauer über (die Zelle auf dem Bild ist wirklich nur 1,5m
breit).

Wolfgang













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Supermarathon am Rennsteig 16.05.09 (Ulrike Stiller)

Warum... ???

Warum eigentlich nicht schon viel früher ???
Es war so ein super, super, super Erlebnis. Danke lieber Werner, dass Du mich im letzten Jahr zur Abschlussfeier des Brandenburg-Cups genötigt hattest, endlich das Anmeldeformular für den Supermarathon zu unterschreiben. Und Du hattest auch recht mit deiner Aussage, dass der SM nicht schlimmer zu laufen ist, als ein ganz normaler Marathon.
Nun aber mal der Tagesbericht vom 16.05.2009.
Die Nacht vom 15.05. zum 16.05 kaum geschlafen, erstens weil ich total aufgeregt war und zweitens ging in der Nacht ein starkes Gewitter über den Thüringer Wald nieder, was für unser Vorhaben nicht gerade motivierend war. Pünktlich zur nachtschlafenden Aufstehzeit (4.00 Uhr) morgens hörte es auf zu regnen und so begaben wir uns Diana, Werner, Kathrin, Rainer, Thomas (unser treuer Begleiter) und ich gegen 5.15 Uhr an den Start zum Eisenacher Marktplatz. Dort trafen wir unseren Mitstreiter Wolfgang und Michael und nach einem kurzem Fotoshooting und Kleiderabgabe ging es für mich noch mal in Richtung Dixiklo. Dieser Besuch wäre mit fast zum Verhängnis geworden, da ich ja mit Kathrin zusammen laufen wollte, denn erst um 5.56 Uhr ergatterte ich den begehrten Platz in der kleinen, stinkigen vollgek.... Kabine. Irgendwie schaffte ich es aber doch noch pünktlich zum Start und fand in den Läufergewusel sogar Kathrin wieder.
Kurz nach dem Start, gab es auch gleich den ersten langen Anstieg und die Wege waren durch den nächtlichen Regen ziemlich matschig, aber wir wollten ja auch gar nicht so schnell anlaufen und so gab es schon auf den ersten Kilometern die ersten interessanten Gespräche mit anderen Läufern. Dabei stellten wir fest, dass wir zu den wenigen Exoten gehörten, die diesen langen Kanten zum erstem mal absolvierten. Die meisten Läufer waren also Wiederholungstäter und hatten schon ihre Erfahrungen mit dieser anspruchsvollen, aber auch so schönen einmaligen Strecke. Und irgendwann gingen auch diese ganz fiesen und langen Anstiege los und wir merkten ganz schnell, dass wir im Schritttempo genauso schnell waren, wie die Sportfreunde, die versuchten die Berge hoch zu laufen. Außerdem hatten wir ja viel Zeit und noch viele Kilometer vor uns. Nachdem wir den großen Inselberg erklommen hatten legten wir nach ca. 30 Kilometer die erste Toilettenpause in einem kleinen Hotel ein, wo uns die Frühstücksgäste lauthals willkommen hießen.
Danach machten wir dann auch unsere erste größere Pause und der Haferschleim und warmer Tee waren ein ganz leckeres Menü. Anschließend liefen wir dann eine ganze Weile mit einem blinden Läufer und seinem Führer zusammen und wir hatten riesengroßen Respekt vor diesem Menschen, der mit seinem Handikap diese Strecke meisterte, zumal die holprigen Wege uns Sehenden schon alle Konzentration abverlangte.
Irgendwann nach Kilometer 45 kamen dann auch leichte Zweifel auf, schließlich waren wir noch nie länger als 43 Km gelaufen. Wann würden die ersten Schmerzen einsetzen, wann die ersten Ermüdungserscheinungen ? Nichts von dem traf aber ein und so rollten wir zwei Potsdamer Mädel ab Kilometer 55 das Feld von hinten auf so nach dem Motto "überholen ohne einzuholen". Froh waren wir dann aber doch, als endlich das Schild 71 Kilometer zu sehen war. Nun konnte uns keiner mehr den Erfolg nehmen und voller Euphorie liefen wir an den vielen begeisterten Zuschauern vorbei ins Ziel. So richtig konnte wir noch gar nicht fassen, was wir da eben vollbracht hatten. Unser schnellster Läufer Rainer erwartete uns schon im Ziel und er war wohl froh, dass er seine Kathrin wieder wohlbehalten in den Arm nehmen konnte. Danke an Alle, die uns lautstark so kurz vor dem Ziel noch mal anfeuerten und Hochachtung an alle LWV-Läufer, die den Supermarathon so erfolgreich absolviert haben. Die Zeit ist hier gar nicht so wichtig und die meisten von uns sind wohl unter dem Motto gelaufen "Es ist die Geschwindigkeit die einen umbringt, nicht die Entfernung".
Wir hatten zwar eine super Unterkunft in Eisenach, somit konnten wir aber leider mal wieder nicht die Party in Schmiedefeld miterleben. Hätte nach diesem sooo schönen Erfolg gern noch ein bissel auf'm Tisch getanzt.....

Ulrike

































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Supermarathon am Rennsteig

Warum... ???

Warum tut sich das ein normaler Mensch eigentlich an ?
73 Kilometer am Stück laufen und das auch noch freiwillig .
Menschen, denen ich von meinem Vorhaben erzählt habe greifen sich einfach nur am Kopf oder sagen solche Worte wie verrückt, krank, bekloppt oder
schlimmeres. Keiner, der einfach nur Bewunderung zollt und mit Mut für dieses Vorhaben macht. Meine Familie hat ein bisschen Angst um mich, naja, wer soll dann auch kochen, bügeln oder Klo putzen, oder sich sonst um die Organisation des Familienlebens kümmern.wenn die Mutti am Rennsteig das Zeitliche segnet...
Bloß gut, dass es gerade in diesem Jahr noch eine Menge verrückte Läufer vom Verein gibt, die diese Tortur auf sich nehmen.
Allen wünsche ich schon mal an dieser Stelle viel Glück und Erfolg und einfach nur einen schönen Lauf, auch denen, die vernünftigerweise die etwas kürzere Strecke
am Rennsteig gewählt haben.
Nun ist sie schon wieder da, die Angst, die Vorfreude, das Kribbeln im Bauch und der Respekt vor den vielen Kilometern...
Also, auf nach Eisenach und ein Wiedersehen mit allen Rennsteigläufern in Schmiedefeld !!!

Eure Ulrike

MAZ-Artikel vom 15.5.09



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4. Öger-Antalya-Marathon 08.03.2009 (Ingrid und Otto Graf)

Runtalya 2009 – ein rundum perfekter Lauf!

Der 4. Internationale Öger-Antalya-Marathon „Runtalya“, der am 08.03.2009 an der Türkischen Riviera stattfand, hat die Erwartungen an eine rundum perfekte Laufveranstaltung übertroffen. Strahlender Sonnenschein, die hervorragende Organisation durch das Öger-Team sowie die ausgelassene Stimmung der Zuschauer sorgten für eine einzigartige Atmosphäre und Motivation. Vor allem begeisterte die neue, noch attraktivere Strecke, die vom Startplatz vor dem Museum Antalya vorbei am historischen Hadrianstor der Altstadt und entlang der Mittelmeerküste führte.

Mit insgesamt 2.700 Läufern aus 40 Nationen in den Disziplinen (Marathon, Halbmarathon und 10 km) konnte
ein neuer Teilnehmerrekord verbucht werden – und wir, der Otto und ich als einzige Läufer aus Potsdam waren dabei.

Anlässlich des Internationalen Frauentages stellte
Öger Tours den diesjährigen Runtalya unter das Motto
„ Wir laufen für die Frauen dieser Welt“
und übernahm für alle Läuferinnen die Startgebühr.

Der Runtalya hat sich zu einer internationalen Laufveranstaltung höchsten Niveaus entwickelt, der die Region Antalya bereichert und ein fester Termin im Kalender vieler Läufer ist. Im nächsten Jahr ist
der 5. Öger-Antalya-Marathon und als Frühjahrlauf empfehlenswert.

Ingrid Graf







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10. Elbtunnel- Marathon in Hamburg 25.01.2009 (Kathrin und Rainer Palm)

Mal was ganz anderes, bis auf die Streckenlänge natürlich. Also, wer im Januar auf der Suche nach einem garantiert regen-, wind-, eis- und schneefreien Marathonlauf sein sollte, der ist hier genau richtig. Traditionell ist der Elbtunnel- Marathon aber mehr als „nur" der Marathon. Übrigens auch der weltweit 1., im Jahr 2000, vom „100 Marathon-Club“ ausgerichtete Untertage- bzw. Unterwasserlauf. Am Vortag des Laufes trifft man sich schon an den St. Pauli- Landungsbrücken zu einer einstündigen Rundfahrt, mit einer wetterfesten Barkasse, durch den Hamburger Hafen. Hier beginnt auch der, nur durch Aufzüge erreichbare, 1911 fertig gestellte „Alte Elbtunnel“ und führt unter der Elbe, wo auch sonst? zum anderen Ufer nach Steinwerder. Die ganze gut organisierte Veranstaltung hat einen recht läuferfamiliären Charakter. Bei der anschließenden Startnummernausgabe in der nahe gelegenen Jugendherberge mit Pastaparty kommt schon die richtige Stimmung für den nächsten Tag auf.

An diesem fiel uns dann gleich auf, der Elbtunnel bietet eine Besonderheit: hier kann man die Strecke vor dem Start abgehen, ohne sich zu verausgaben oder zu verlaufen. Insgesamt 48 ½ Mal müssen die beiden Röhren durchlaufen werden. Der Tunnel verläuft dabei keineswegs waagerecht: jede Röhre startet, indem sie über etwa 150 m Länge etwas bergab verläuft, dann für ca. 108 m waagerecht, um dann zum Ende hin wieder für etwa 150 m leicht anzusteigen. Mit jeder Runde ( 868 m) werden die zu beginn noch als „flach" empfundenen Steigungen steiler... Der nach 42,195km „überwundene“

Höhenunterschied soll wohl so etwa 150m betragen. Die rundum hell gekachelten und gut beleuchteten Röhren sind nur wenige Meter breit, dafür aber 6m hoch, so dass wir nicht im Entferntesten daran dachten, an Platzangst zu erkranken. Die Fahrbahn in der Mitte misst keine 2 Meter! Demzufolge kommt es schnell zu Gedrängel, insbesondere bei Überrundungsvorgängen. Ein 3-Stunden-Läufer muss rein rechnerisch einen 4- Stunden- Läufer 12 Mal überrunden. So kommt es, dass die Teilnehmerzahl bei diesem Event auf 280 Rundendreher begrenzt ist. Also rechtzeitige Anmeldung ist angesagt, da es hier recht viele Wiederholungstäter gibt.

Links und rechts der Fahrbahn gibt es schmale Bürgersteige, der Innere ist für Überholvorgänge vorgesehen und der Äußere für den Fuß- und Radfahrerverkehr, für Autos ist der Tunnel am Wochenende tabu. Allerdings ist mit zunehmender Rundenzahl die Geschicklichkeit gefordert, da man für die Benutzung des Gehweges immer erst den 15cm hohen Bord überwinden muss. Am Ende der Röhren wartet die andere permanente „Gemeinheit" des Elbtunnels. Die scharfe Kurve. 97 Mal muß man diese durchlaufen. Die Messtechnik im Ziel steht wartend am Tunnelende der Steinwerder Seite bereit, eine große Uhr zeigt die Gesamtzeit an. Während dieses Marathons auch noch alle Runden zu zählen, das überfordert das Gehirn in der Regel dann doch irgendwann, denn der Kopf wird mit der Zeit bekanntlich immer leerer und die Beine dafür schwerer. Aber keine Bange, zum Glück half der Computer hier aus und an der Wand konnte man immer gleich die projizierten Zwischenzeiten ablesen und die gelaufene Rundenanzahl im Falle eines Falles auch jederzeit beim recht sprachgewandten Moderator abfragen. Durch das Tragen von 2 Transpondern wurden nicht nur die Zeiten, sondern auch die Runden erfasst.

Kurz nach dem Zeitmesspunkt gibt es einen Verpflegungsstand und da man ja 48 Mal an diesem vorbei kommt, kann man sich auch des Öfteren ganz spontan für einen Boxenstop entschließen, eine willkommene Abwechslung, je mehr Runden vergangen sind. Hier konnte man Wasser, Tee oder Cola nachtanken und am nächsten Tisch das Buffet mit Obst und Süßigkeiten genießen. Wir hielten uns aber nur an die Getränke, das Essen unterwegs haben wir aus Gewohnheit noch nie ausprobiert.

Wem dann irgendwann ein bestimmtes Bedürfnis, Dank der super Verpflegung, überkommen sollte, der fand aus Mangel an Büschen und Bäumen, ein 6-er Pack Dixie`s am Aufzug zur Landungsbrückenseite vor.

Die besonders an den Enden des Tunnels anzutreffenden Zuschauer, deren Zahl sich aber ziemlich in Grenzen hielt, einmal aus Platzmangel und sicherlich auch wegen der ungemütlichen Temperaturen so knapp über dem Gefrierpunkt, wurden uns mit der Zeit immer bekannter und so ein bisschen Beifall und das anspornende Rasseln hören, tat schon gut, denn auf motivierende Sambarhythmen und Musikbands, wie beim Stadtmarathon, stieß man hier in ca 24 m unter der „Woterkant“ nicht. Dafür traf man auf der Strecke ja Dank der vielen Runden ständig auf überholende oder überholt werdende Mitläufer, bei deren Anblick man dachte, „den hast du doch schon öfter mal gesehen!“. So schleppten sich so manche Runden mit dem aufkommenden Tunnelblick, immer weiter vor sich hin, aber nach Runde 47 und 1/2 war es endlich soweit, die letzte Runde wurde eingeläutet und plötzlich lief es sich wieder so unbeschwert und schnell, als wäre es die Erste. Im Ziel wurde jeder der ankommenden 247 Drehwurmgeplagten gleich mit der verdienten Medaille belohnt.

Im Übrigen sollte man sich nicht zu warm anziehen, sonst geht´s euch so wie mir, der alten Frostbeule, als ich mir nach ca der Hälfte der Strecke eine meiner zwei Laufleggins ausziehen musste, um nicht an einem Hitzestau zu scheitern. Das muss wohl irgendwie mit der doch recht hohen Luftfeuchtigkeit zusammenhängen, man traf mitunter sogar auf Läufer mit freiem Oberkörper, - innen aber nicht, liebe Sportsfreunde.

Nach Abgabe der Transponder wurden gleich die Urkunden ausgedruckt, deren Besonderheit darin besteht, dass auf der Rückseite alle einzelnen Rundenzeiten aufgeführt sind und somit auch gleich etwaige Boxenstopps, ob zum Nachtanken oder zur Benutzung eines gewissen Örtchens, nachvollziehbar sind.

Abschließend kann man immer wieder nur sagen: Jeder Marathon hat sein ganz einzigartiges Flair und ist dadurch auf seine Art immer etwas Besonderes und wenn man guten Fußes ins Ziel kommt, sowieso!

Vielleicht hat ja jetzt der eine oder andere Marathoni Lust auf etwas „mal was ganz anderes“ bekommen? Hamburg ist allemal ne Reise wert und warum nicht das Verrückte mit dem Angenehmen verbinden?

In diesem Sinne seid gegrüßt von Rainer und Kathrin















































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31. Team - Marathon im Plänterwald 17.01.2009 (Kathrin und Rainer Palm)

Time to say good bye

Sonntagfrüh um 8:00 Uhr morgens klingelt bei Ulrike das Telefon, man ahnt ja nichts Schlimmes, aber über Nacht hat ein Virus unsere 3. Frau für den Teammarathon dahingerafft. Ein Wink des Schicksals oder eine Vorwarnung, ob des glatten vereisten Wegbelages lieber die Füße von diesem zu lassen?

Egal, irgendwie wird’s schon laufen dachten wir uns und so trafen sich Wolfgang Sarembe, Werner Hanke, Rainer und Kathrin Palm und Ulrike Stiller im Plänterwald. Aus Mangel an Frauen, nahmen wir dann den Rainer in unser Frauenteam auf und wandelten uns ganz spontan in ein gemischtes Team um. Dafür durfte er dann auch unter unserem Pseudonym „Marathon macht sexy“ an unserer Seite Schritt halten. Die Männer wurden durch Benjamin Zollmann verstärkt- zum Glück gibt es immer noch einige Nachmelder, die sich dann in ein unvollständiges Team einfügen können- und gemeinsam starteten sie als „Midlife Power“.

Bei herrlichem Laufwetter knapp über der Frostgrenze, blauem Himmel und Sonnenschein, Eisschollen auf der Spree, auf denen sich die Enten tummelten und vieler anderer schöner Eindrücke, konnten wir leider ein großes ABER nicht außer Acht lassen, nämlich die teilweise sehr schwierig und anstrengend zu laufenden glatten, vereisten Wege, auf denen man die gekörnten Stumpfmacher am Spreeufer entlang mit aller Aufmerksamkeit suchen musste. Es lief zum Glück aber alles ganz „glatt“ im wahrsten Sinne des Wortes und eigentlich sahen wir auf unserem Rundkurs mehr stürzende Fußgänger und Radler, als zu Boden gehende verrückte Marathonläufer im Januar auf der Piste. Immerhin kamen von 52 gestarteten Mannschaften 48 vollständig als Dreier- Team ins Ziel, wie es die Wertungsregel erfordert. Und zu den wenigen Aussteigern gehörten keine Sturzgeplagten.

Vielen Dank, für diese gut organisierte und auf der Welt einzigartigen Laufveranstaltung, möchten wir auf diesem Wege natürlich dem Veranstalter Roland Winkler und seinem überaus motiviertem Team sagen. Vom Streckenposten bis zur Verpflegungsstation, dem musikalischen Stützpunkt und der Zeitmessung wurden wir auf jeder der 8 ½ Runden freundlich und aufmunternd angefeuert, angesagt und abgeklatscht, man wurde sich nach jedem absolvierten Rundkurs immer bekannter.
Schade, dass es mit einem dritten Versuch für uns, als reine Frauenmannschaft durch den Plänterwald laufen zu können, definitiv nichts mehr werden wird, denn, wie es sich unter Laufenthusiasten vielleicht schon herum gesprochen hat, findet der Teammarathon aus diversen organisatorischen Gründen im nächsten Jahr leider nicht mehr statt.

Besondere Wehmut kam bei der Siegerehrung in der Turnhalle bei vielen Sportlern auf, die über Jahre und zum Teil Jahrzehnte, dieser Veranstaltung trotz der widrigsten Wetterkapriolen, die Treue hielten.

Bei guter Stimmung und vollem Saal wurden alle Staffeln ausgezeichnet, bis zum 31. Platz mit Sachprämien, traditionell nach Wettkampfanzahl und für alle weiteren Platzierungen mit einem erfrischenden Duschbad.

„Time to say good bye“, zum Rhythmus des Liedes gingen alle Arme in die Höhe, aus Mangel an Rauchern leider ohne Feuerzeug, aber bei vielen mit einer Träne dabei im Auge.

Eigentlich waren wir alle der Meinung, schade, dass es dich nicht mehr gibt, du herrlich schöner anstrengender Team- Marathonlauf, denn mit vereinten Kräften läuft´s sich einfach besser.

In diesem Sinne, alles Gute für alle Läufer in diesem Jahr!

Rainer und Kathrin





















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26. Athen-Classic-Marathon am 09.11.2008

26. Athen-Classic-Marathon 42,195 km, 9.11.2008

„Den „Klassiker“ unter den Marathon-Strecken zu laufen, davon habe ich schon lange geträumt“, dachte ich, als ich mich mit meinem Lauffreund Andreas Eder für diesen Marathon angemeldet habe. Für Andreas sollte es sein erster „Marathon“ werden und ich hatte mir einen schönen Lauf unter 4 Stunden mit vielen Fotos von der Strecke vorgenommen, zumal ich vor ein paar Wochen noch in Berlin am Start war.

Der „Klassiker“ ist der „Urvater“ dieser Bewegung, auch wenn er inzwischen nur noch auf den Spuren der Wiederbelebung von 1896 wandelt, bei der er noch ca. 40 km lang war. Die 42,195 km entstanden während der Olympischen Spiele 1908, aufgrund einer Intervention des Londoner Königshauses. Ein „Marathon“ ist halt vor allem wegen der letzten 5-7 km, wenn dann der „Hammermann“ kommt, immer etwas Besonderes.

Der Lauf wurde am Sonntag, den 9.11.08 um 9°° bei Sonnenschein und 17°C gestartet, nachdem wir zuvor vom Panathenaikon-Stadion, unserem späteren Ziel, mit Bussen in die Kleinstadt Marathon gefahren wurden. Für den Start über die 42,195 km lange Strecke waren 4.700 Läufer/innen gemeldet, von denen jedoch nur 3.825 dann das Ziel in Athen erreichten sollten. Der Lauf ist ein reiner Straßenlauf auf einer Hauptverbindungsstraße von Athen zur anderen Küstenseite der Halbinsel Attika.

Die ersten 7,5 km gingen leicht bergab, was viele dazu verleitete relativ schnell zu laufen. Bei km 4 bogen wir alle in eine Seitenstraße ab, wo nach 5 km die erste Zeitnahme erfolgte. Die Seitenstraße, in der wir eine Schleife laufen mussten, hat den Zweck die 2,2 km gegenüber der Strecke von 1896, wo nur ca. 40 km gelaufen wurden, herauszuholen. Wieder zurück auf dem direkten Weg nach Athen ging es jetzt bis km 17 leicht bergauf. Inzwischen stieg die Lufttemperatur auf ca. 20 °C und der ein oder andere goss sich das Wasser, das in Flaschen gereicht wurde, auch über den Kopf. Bis km 19 ging es dann mal wieder bergab und man konnte es mal einfach so laufen lassen.

Aber jetzt ging es 13 km lang bis km 32 nur noch bergauf – hier lässt man gegenüber flachen Strecken doch eine Menge Zeit liegen. Innerhalb der Kleinstätte, die wir passierten, waren zahlreiche Zuschauer an der Strecke – doch wir Läufer waren wohl insgesamt in der Überzahl.

Von km 32 an ging es zum Glück nur noch leicht bergab, was jedoch nicht vor dem „Hammermann“ ab km 35 schützte. Denn dann kommen halt die Gedanken, z.B. es wäre ganz schön wenn der Lauf hinter der nächsten Kurve zu Ende wäre, usw. Doch wider erwarten ging es bei mir ohne Krämpfe und „nur“ mit schweren Beinen ganz glimpflich ab. Anders bei Andreas, er bekam die volle Wucht des „Hammermanns“ zu spüren, musste ab km 35 streckenweise gehen usw. und „verschenkte“ dabei seine gute Zeit von 2:27, die er sich bis km 30 herausgelaufen hatte.
So kamen Andreas mit 3:43 und ich mit 3:55 ins Ziel (damit waren wir unter den ersten 30%) und wir waren glücklich die Strecke unter der 4-Stunden-Marke absolviert zu haben und bei einer tollen Atmosphäre im Panathenaikon-Stadion noch so viele Läufer hinter uns ins Ziel laufen zu sehen.

2010 feiert der „Klassiker“ seinen 2.500 Geburtstag, das wäre toll, wenn dann viele Läufer aus unserer Region auch mit dabei wären und überhaupt es gibt viel zu sehen in Athen.

Wolfgang Linder



































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29. Dublin City Marathon am 27. Oktober 2008

Laufbericht vom 29. Dublin City Marathon am 27. Oktober 2008

Der letzte Montag im Oktober ist in Irland ein gesetzlicher Feiertag und gleichzeitig ein feststehender Termin für den Dublin City Marathon. Nicht ganz so feststehend müssen Start- und Zielbereich sein. Aktuell befindet sich dieser nicht mehr in der O`Connell Street sondern
am Merrion Square in der Fitzwilliam Street. Damit also nicht mehr südlich sondern nördlich des Flusses Liffey, der Dublin horizontal durchfliesst und somit in zwei annähernd gleich große Hälften teilt.
Wir reisten am Freitag bei herrlichem Sonnenschein und bester Läuferlaune an.
Samstagvormittag machten wir uns auf den Weg zur Marathonmesse in Ballsbridge.Es schüttete und stürmte so heftig, dass es einem zeitweilig den Atem verschlug.
Die Messe war übersichtlich und eher bescheiden. Da es uns beiden aufgrund eines Infektes nicht ganz gut ging, wussten wir nicht mal sicher, ob wir überhaupt starten können.
Der Sonntag richtete dann wieder alles.
Am Montag klingelte um 6.00 Uhr unser Wecker. Es gab überraschenderweise sogar schon eine Frühstücksmöglichkeit und es regnete und stürmte nicht. Aber es war sehr kalt- bestimmt nur knapp über 0°C. Gott sei Dank hatten wir Schlumperpullover zum überziehen mit. Um uns herum froren alle so gut sie konnten. Der Startschuss pünktlich um 9.00 Uhr war in dieser Hinsicht eine Erlösung. Obwohl sich eine neue Rekordstarterzahl von 11700 Teilnehmern in Bewegung setzte, konnte man aufgrund der breiten Strassen schon bald sein eigenes Tempo laufen. Alle um uns herum liefen zügig, wahrscheinlich wollten sie auch schnell warm werden.
Die Strecke ist abwechslungsreich und schön. Es gibt keine unendlichen Geraden, sondern angeblich so viele Kurven wie Dublin Pubs hat. Alles ist gut ausgeschildert und wird rechtzeitig angekündigt. Wasser- und Gelstationen gab es ausreichend und angemessen. Irgendwie muss es einen Marathongott geben- jedenfalls hielt das Wetter sich heldenhaft. Wir versuchten trotz Knieschmerzen es dem Wetter gleich zu tun. Die Zuschauerunterstützung ist wirklich super, auch wenn es nicht so viele Bands am Wegrand gibt. Aber die Menschen sind mit Leib und Seele dabei und das tut gut. Endlich erreichten wir das Trinity College wieder und wussten uns somit in Zielnähe. Glücklich und völlig fertig, so wie se sich für einen Marathon gehört, liefen wir ins Ziel ein. Eine andere Läuferin fragte mich lachend, von welchem Pferd ich denn gerade gestiegen sei.
Als Belohnung gab es eine Medaille und ein Finisher-T-Shirt, sowie eine kleine Kalorienerstversorgung. Physiotherapeutisch konnte man sich an Aerobik beteiligen. Für Verletzte gab es eine Erstversorgung, die ich mit meinem Knie in Anspruch nahm. Eine kleine Massage, ein schöner Tape-Verband, sowie die Versicherung, dass es nichts Ernsthaftes wäre,beruhigten mich . Na, mal wieder Glück gehabt.
Mit ein wenig Abstand war es wirklich ein toller Lauf...war es auch.
Den Rest der Woche leckten wir unsere Wunden und sahen uns in Dublin und Umgebung um. Auch das ist empfehlenswert.

Ines und Norbert









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12. Ford Köln - Marathon 05.10.2008 (Kathrin und Rainer Palm)

Kölle Alaaf oder wir loven Kölle- Marathon vor allen anderen?

Ein langes Wochenende stand vor der Tür, Dank der Deutschen Einheit! , einmal für den freien Tag und natürlich für die grenzenlose Reisemöglichkeit. Da lag es doch nahe, einen Besuch bei der Verwandtschaft mit einem jäckschen „Marathon op Kölsch“ zu verbinden. Am Vortag begrüßte uns die Domstadt mit blauem Himmel und Sonnenschein und lud zum Stadtbummel durch die Altstadt ein, was sich in den zahlreichen Shoppingmeilen allerdings im chaotischen Gedränge unzähliger Menschenmassen recht schwierig gestaltete. Nach einem stärkenden Nudelgericht beim Italiener und nem echten Kölschen Bier am Abend erwarteten wir den nächsten Tag.

ET KÜTT WIE ET KÜTT…gemeint ist das Wetter beim diesjährigen Köln – Marathon. Nach dem Traumwetter von Berlin eine Woche vorher, hatte Petrus hier pünktlich zum Start der Marathonis ab 11:00 Uhr die Schleusen geöffnet und schloss sie auch so schnell nicht wieder. Der in leistungsbezogenen Blöcken zeitversetzte Start der Läufer vollzog sich wesentlich gediegener und rücksichtsvoller als der vortägliche Bummel durch die Einkaufsstraßen der Innenstadt. Konfetti und Luftballons, sowie Joey Kellys gute Wünsche trafen auf uns beim Überschreiten der Startlinie. Während des gesamten Laufes wurden wir dann von Windböen und Dauerduschen begleitet, aber auch von einem bewundernswerten Publikum. Man schätzte an die 350000, dem widrigen Wetter trotzende und die Läufer ununterbrochen anfeuernde, Zuschauer. Viele mit Transparenten und Sprüchen gewappnet wie „ Is nich mehr weit- nur noch 32 Kilometer“, aber auch Sambarhythmen, kölsche Lieder und sogar ACDC- Songs erwärmten uns die Läuferbeine. Außerdem liefen viele kostümierte Persönlichkeiten wie Generäle, Sträflinge, Indianer (Running Bull), Schwäne, Bienen…unter 7460 im Ziel ankommende Normalos mit. Es ist zwar noch nicht Karneval aber ein Marathon- Kostümwettbewerb wurde veranstaltet.

Dieses Jahr gab es auch erstmalig eine blaue Linie zur Orientierung der Marathonstrecke, die allerdings an einigen Stellen merkwürdig gekrümmt war.

Grund dafür? Entweder standen parkende Autos im Weg oder der Maler war betrunken- „Blaue“ Linie eben.

Der diesjährige Sieger Sammy Kurgat lief die Strecke in zwei Stunden, zehn Minuten und einer Sekunde (2:10:01) und unterbot damit die bisherige Bestzeit von 2:10:22 Stunden aus dem Jahr 2004.

Rainer und ich liefen die ersten 30 km recht gleichmäßig zusammen auf der angenehm flachen, asphaltierten und mit ausreichend Verpflegungspunkten versehenen Strecke. Danach schaltete ich einen Gang tiefer und Rainer einen Gang höher und beide schafften wir, was einem Sammy Kurgat an diesem Tage nicht gelang, unsere breitensportliche Bestleistung zu toppen. Bitte nicht alles so wörtlich nehmen! In diesem Sinne auch einen herzlichen Glückwunsch an Wolfgang Kettmann, der ebenfalls seine beste Marathonzeit erlief und den wir leider nur einmal kurz auf der in Gegenrichtung verlaufenden Straße entdeckten. Wir können sagen, dass es trotz des nicht Einsicht nehmen wollenden Wettergottes ein wirklich schöner Lauf durch viele Stadtgebiete von Köln war. Die letzten Kilometer durch die Altstadt am monumentalen Dom vorbei, die besonders große Zuschauerzahl hautnah spüren, noch einmal die Deutzer Brücke überqueren, den eigenen Namen aufgerufen hören vor den letzten 500m bis zum Ziel, das waren wohl im Rückblick nicht die schwersten, sondern die schönsten Momente der 42,195km.

Und wie heißt es so schön in Kölle: ET HÄTT NOCH IMMER JOT JEJANGE!

Kathrin und Rainer























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Gold Coast Airport Marathon - Australien (Ines und Norbert Schulz)

Laufbericht vom 30. Gold Coast Airport Marathon - Australien am 06. Juli 2008

Nach einer wunderschönen und sehr interessanten Woche in Sydney flogen wir am Freitag, dem 04. Juli 2008, nach Goldcoast dem Surfer- und Urlaubsparadies an der Ostküste Australiens.
Obwohl eigentlich Winter begrüßte uns freundlicher Sonnenschein und wir fuhren in unserem frisch abgeholten Mietauto Richtung Norden zum Hotel.
Dieser Links- und linke Kreisverkehr ist schon etwas gewöhnungsbedürftig.
Als erstes ging es weiter zur Marathonmesse,wo wir unsere Startnummern in Empfang nahmen , uns Erinnerungslaufshirts zulegten und uns einfach auch von der gewohnten, erwartungsvollen Atmosphäre einfangen ließen. Wir erkundigten uns nach der Strecke und den technischen Details.
Den Tag beendete ein kurzer Abstecher an den Pazifik und den dort breiten und 42 km langen karamelfarbenen Sandstrand.
Da aufgrund der Winterzeit die Sonne bereits um 17.00 Uhr unterging, entstand eine ganz märchenhafte Mischung aus vielen Farbtönen , dem Salzgeschmack auf den Lippen , dem Rauschen des Meeres und der Begegnung mit vereinzelten Surfern, Anglern und Joggern.
Am nächsten Morgen glaubten wir, unseren Augen nicht zu trauen: Es goss in Strömen und stürmte sehr heftig - die Palmen bogen sich gefährlich in alle Richtungen. Zum Mittag fuhren wir zu einer Carbo Loading Party , für die wir von zu Hause aus schon Karten bestellt hatten. Es war ein sehr schönes Ambiente in einem Hotelsaal , wo uns ein sehr leckeres Büfett erwartete . Gleichzeitig berichteten „Marathon-Legenden “ aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz.
Am nächsten Morgen klingelte um 4.30 Uhr unser Wecker und Gott sei Dank sah beim Blick aus dem Fenster alles wieder trocken aus . Wir zogen unsere bereitgelegte Laufkleidung an , frühstückten ein wenig auf dem Zimmer und begaben uns dann um 5.45 Uhr zur Shuttlebus-Haltestelle gegenüber dem Hotel . Erstaunlicherweise wollten auch andere Halb- und Vollmarathonis zum Start. Es kamen durchaus auch Busse , aber in Australien achten die Busfahrer auf gute Übersichtlichkeit im Bus . Einige Läufer versuchten Taxen heranzuwinken. Endlich hielt ein Bus , der uns auch mitnahm . Leider geriet er in Startbereichnähe in ein Verkehrschaos. Unter schwierigen Bedingungen versuchte der Fahrer verkehrswidrig auf die Gegenfahrspur zu wenden , damit er uns aussteigen lassen konnte . Es war noch relativ dunkel , was die Orientierung nicht gerade erleichterte . Als wir endlich die Gepäckaufbewahrung erreichten , bot sich uns eine Wahnsinnsschlange ohne Ende. Daran merkt man, dass nicht nur die DDR-Bürger Wüstenerfahrungen hatten. Wir schummelten aus Zeitnot und kamen kurz vor dem Startschuss im Startbereich an.
Pünktlich um 8.00 Uhr setzte sich die Läuferkarawane in Bewegung. Es dauerte ungefähr 3 km ehe wir ungehindert unser Tempo laufen konnten. Es nieselte anfangs ein wenig , die Vögel zwitscherten und die Sonne wagte sich verstohlen hinter den Wolken hervor. Wir liefen locker und beschwingt auf dem ersten Loop 15 km nach Süden bis Miami. Links von uns in erste Sonnenstrahlen getaucht der Pazifik , zur rechten Hand die Hotelhochburgen.
Die zahlreichen Wasserstellen nutzten viele Läufer auf beiden Seiten und auf der asphaltierten flachen Strasse kamen wir gut voran . Mehrfach wurden wir auch auf unsere roten Silberhochzeits-T-Shirts angesprochen (Sorry , keine Vereinskleidung).
Nach 8 km kamen wir an unserem Hotel vorbei. Auf nicht vereinbarte Weise meldete sich bei km 13 mein linkes Knie zu Wor. Mein Kopf und ich versuchten das auf jede denkbare Art zu ignorieren , aber sämtliche Manöver schlugen fehl und ich hatte bis zum Ziel einen unangenehmen Begleiter.
Bei km 30 erreichten wir den Startbereich wieder und schlugen nun den Nordloop ein, der bei km 35 dann die ersehnte Wendeschleife bot. Zu diesem Zeitpunkt leistete meine Zentrale schon harte Arbeit, Körper und Beine zum Weiterlaufen zu motivieren und an der Marathonstange zu halten. Ausserdem gab es in diesem Abschnitt mehrere Brücken, die man hinauf- und wieder hinunterlaufen musste.
Ab km 36 meinte dann mein Darm auch noch ein Wort mitreden zu müssen, so dass ich mich nicht mehr getraute, an den Wasserstellen anzuhalten .
Norbert hielt tapfer mit mir durch, ohne davonzulaufen. So kamen wir Hand in Hand ins Ziel und hofften auf ein schönes Zielfoto.
Wir genossen unsere wohlverdiente Massage, nahmen unser Finisher-T-Shirt und die Medaille in Empfang und liessen uns von vorn und hinten fotografieren. Nach Gravur unserer Medaillen schummelten wir wiederum bei der Gepäckabholung und stellten uns schlussendlich doch an eine ewig lange Schlange an, um per Shuttle wieder ins Hotel zu kommen.
Die Ergebnisse gibt’s im Internet - wir waren mit unseren zufrieden.
Kurzzeitig gehbehindert setzten wir unseren einzigartigen Urlaub Richtung Norden bis Cairns fort.
Bis zum nächsten mal Ines und Norbert Schulz









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Mein fünfter BERLIN - Marathon (Ulrike Stiller)

Berlinmarathon am 28.9.08

Eigentlich wollte ich ja diesmal keinen Bericht über den Berlin-Marathon schreiben, da ja die fünfte Teilnahme kein Highlight mehr ist und viele von Euch diesen Lauf ja ausführlich kennen. Aber und da kommt das große ABER, dieser Lauf war mal wieder ein richtiger Höhepunkt. So viele begeisterte Menschen an der Laufstrecke habe ich noch nie erlebt. Einmalig schön, vor sooo einer riesigen Kulisse zu laufen, man war nicht einen Kilometer irgendwo allein (ausruhen ging also gar nicht), höchstens
auf dem Dixiklo bei Km 35. Schade nur, dass diesmal nur eine Handvoll LWV-Läufer den Weg nach Berlin antraten.
Im nächsten Jahr müsst Ihr Gesunden, Alten, Hobbyläufer und auch Kranke und Profis wieder mit von der Partie sein !!!
Schön, dass Susann und Erik nach langer Verletzungspause wieder einen Marathon laufen konnten. Glücklich waren wir Alle im Ziel ! Möchte Euch aber an dieser Stelle nicht mit Zeiten und Platzierungen langweilen, das haben die Interessierten eh schon im Internet nachgelesen. An dieser Stelle meinen Glückwunsch an
Susann, Werner, Wolfgang S., Wolfgang L, Erik und Frank Kunz. Naja, ein bisschen schneller kann ich bestimmt auch noch laufen, oder soll ich schreiben, dass ich
diesmal mit meiner Zeit zufrieden war ?!

Auf ein restliches noch verbleibenes Laufjahr

Ulrike



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35. Berlin - Marathon 42,195 km , 28.09.2008 (Wolfgang Linder)

„Wenn du laufen willst, lauf eine Meile. Wenn du eine andere Welt kennen lernen willst, lauf einen Marathon“ (Emil Zátopek,1952).
An diesem Spruch ist etwas Wahres dran, habe ich jetzt nach meinem dritten Marathon-Lauf in Berlin gemerkt. Das was Zátopek damit ausdrückt, betrifft natür-lich nicht nur den Lauf selbst, sondern auch die oft monatelange Vorbereitung und den dazuge­höri­gen Lebensstil.
Wenn ich an die Vorbereitungen denke, dann fallen mir die zahlreichen langen Läufe über 28 km dabei ein, die ich in der Mehrzahl mit meinem Lauffreund Wolfgang Sarembe absolvierte. Bei den Läufen selbst kam es bei mir aufgrund fehlender Erfahrungen zu zahlreichen Fehlern. So bin ich beim ersten Lauf (2006) bei großer Wärme zu schnell angegangen und dann bei km 35 regelrecht „eingebrochen“ (Endzeit 4:12:16).
Bei meinem zweiten Lauf habe ich auf die Ratschläge vieler gehört und bin verhalten angegangen, um doch mindestens unter der 4-Stunden Marke zu bleiben, was dann auch mit 3:58:19 gelang. Viele sagten, du sahst im Ziel aus, als hättest du noch 10 km weiter­laufen können. Das hieß für mich, ich hatte mich nicht wirklich verausgabt.
Bei meiner weiteren Selbsteinschätzung half mir eine „Marschtabelle“, an die ich mich versucht habe zu halten. Beim jetzigen 35. Berlin-Marathon lief es zunächst alles ganz gut. Erik Fessel schloss bei km 10 zu mir auf und wir liefen gemeinsam bis km 25. Nachdem ich mich bei der dortigen Verpflegungs­stelle etwas länger aufhielt, schaffte ich den Anschluss nicht mehr, denn wir lagen bis dahin bei einem Schnitt von 5 min/km und meine Kräfte begannen nachzulassen.
Zwischen km 30-35 lag ich dann 1,5 min hinter meiner Zielsetzung und zwischen 35-40 sogar 2 min. Dennoch gelang es mir im Ziel bei meiner Wunschzeit unter 3:45:00 zu bleiben, da ich auf den ersten 25 km etwas beherzter angegangen war.
Bei dem nächsten ernsthaften Marathon-Lauf, den ich mir für den kommenden Berlin-Marathon 2009 vor­nehme, will ich mit verbesserter Vorbereitung, was die Anzahl der langen Läufe angeht und mit vermehrten gymnastischen Übungen, meine Ausgangssituation noch verbessern.

Wolfgang Linder







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Rennsteiglauf am 17.05.2008 (Kathrin Palm)

43,5 km – oder der kürzeste „ Supermarathon“ der Welt!

Am 17.05.2008 fand der bereits 36. beliebte GutsMuts Rennsteiglauf auf dem alten Handelsweg im Thüringer Wald statt. 15.000 Aktive nahmen an den verschiedenen Wettbewerben vom Special- Cross, Wandern, Walking, Halbmarathon, Marathon bis zum Supermarathon teil. Darunter auch 7 Halb-, 6 Marathonis und eine fitte Wanderschar vom LWV.

Dass sich diese Veranstaltung zum größten Crosslauf Europas entwickelt hat, liegt sicherlich an der perfekten Organisation, den landschaftlich reizvollen Strecken, dem sportlichen Miteinander in der freien Natur, den tollen Zuschauern, der einmaligen Verpflegung und Betreuung unterwegs und der Mischung aus Sport- und Volksfest an den Start- und Zielorten…

Begonnen hatte die Veranstaltung am Freitagabend mit der traditionellen Kloßpartie an den Standorten, für uns als Marathonis in Neuhaus in der GutsMutshalle. Zu der Thüringer Traditionsbeilage wurden Roulade und Rotkohl serviert, mal was anderes als die gemeinhin vertraute Pastapartie und unheimlich lecker! Dazu, so habe ich gehört, wird soviel Bier, ob blond oder schwarz, getrunken, wie vor keinem Lauf anderswo. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass nicht nur Red Bull Flügel verleiht.

Na probieren konnte man´s ja mal! Nach dem Festmahl wurde in stimmungsvoller Atmosphäre mit musikalischer Live- Begleitung geschunkelt, gesungen und getanzt. Gute Laune steckt halt an! Und das in der nicht ganz ahnungslosen Vorfreude auf die Dinge, die uns da am nächsten Tag bevorstehen werden.

Der Berg ruft, oder ehrlicher Weise, die BERGE rufen!

Pünktlich nach Abgabe der Umzugsbeutel öffnete Petrus die Schleusen und ließ uns in unserer Folienbekleidung ziemlich deppig dastehen. Dazu gehörten Ulrike, Diana, Rainer, Ernst Schindler, Wolfgang Sarembe und weitere 2991 Finisher, die ich aber nicht alle namentlich erwähnen möchte. Mit Schneewalzer und Rennsteiglied singend, hüpfend und Arme hochreißend oder beim Nebenmann einhakend, ließen wir uns die Stimmung bis zum Start in Neuhaus nicht verderben. Ganz nach Ulrikes Motto:“ Genieße den ersten Lauf auf dem Rennsteig und weiter nichts“ und stelle deine Marathon- Erfahrung auf null, einziges Ziel ist dasselbe wie bei deinem ersten Marathon: Ankommen!

Pünktlich um 9:00 Uhr setzte sich das Läuferfeld in Bewegung. Nach dem ersten Anstieg im Ort ging es auf asphaltierter Straße größtenteils bergab, der Regen verzog sich und der Thüringer Wald atmete Nebelschwaden aus, - war das schon der Nebel des Grauens oder sollte dieser erst später hinterhältig zuschlagen? Bis zum 1.Verpflegungsstützpunkt bei km 6 am Sandwieschen zog sich das Feld langsam auseinander, aber überall hörte man noch munteres geplapper unter bekannten oder unbekannten Läufern über die Alltäglichkeiten des Läuferlebens und so einige „ Männlein stehn im Walde“ wurden auch gesichtet. Nun gings bald auf zum Teil pfützendurchtränkten Waldwegen weiter und die Sonne setzte sich langsam durch. Bei Kilometer 18,8 erreichten wir den Masserberg, die höchste Erhebung (841m) des Marathons mit Zwischenzeitmessung und Verpflegungsstelle. Über die Verpflegung sollte man noch rasch ein Wort verlieren, denn hier gibt es Deftiges wie Schmalz- und Wurstbrote, den legendären Haferschleim und Brühe, Obst und Getränke von Wasser, Tee bis Cola und manchmal sogar Bier.

Gestärkt geht’s weiter und bald kommt der lange Tross auf einem bergabführenden wurzel- und steinumsäumten Hohlweg ins stocken. Mich stört´s wenig, kleine Erholungspause!

Relativ diszipliniert reihen sich die Läufer ein und irgendwann ist der Abstieg geschafft. Nach der Schwalbenhauptwiese bei km 23 wird der Marathon langsam ernst. Der Rennsteig führt parallel zur Straße mehrere km bergan. Es ist nicht sehr steil, aber die Länge der Steigung lässt das Feld auseinander reißen. Ich sehe die ersten Läufer gehen und schließe mich aus Symphatie gleich an. Vor Neustadt geht es auf freier Strecke noch mal beschwerlich bergauf,

ich glaube der Mann mit dem Hammer holt mich ein und lasse mich wieder zum Wandern verleiten. Diana lief inzwischen schon vorneweg, Ulrike hüpfte rückwärrts den Berg hoch, Rainer begleitete uns als Fotograf und ich schleppte mich irgendwie vorwärts bis zum nächsten VP in Neuhaus bei km 29. Nach einem kurzen bergab führenden Wiesenabschnitt geht es wieder in den Wald hinauf, recht steil und sogar Ulrike und Rainer wanderten mit mir und überhaupt alllen in unserem Umkreis dort hoch, danach ließ ich Ulrike lieber von dannen ziehen, denn so ein Energiebündel an meiner Seite, konnte mich nicht mehr so wirklich motivieren. Beim vorletzten VP, km 34, tankte ich Cola auf und konnte den Hammermann plötzlich wieder abschütteln, die letzten 9 km werden ohne Wandereinlage zurückgelegt, in Frauenwald wird nachgetankt, aber kein Bier nur Cola. In Schmiedefeld ist die normale Marathondistanz geschafft (42,195km), aber nun geht es noch ein gutes Stück bergan vom tiefsten Streckenpunkt in Schmiedefeld mit 622m bis zum Sportplatz auf 711m Höhe. Die Zuschauer treiben uns ins Ziel und plötzlich ist da wieder Diana, der wir auf dem letzten zehrenden Berg begegnen, man sieht sich halt immer zwei Mal. Vielen Dank auf diesem Wege an Rainer, meinem treuen Gefährten, der mich durch alle Höhen und Tiefen des Thüringer Waldes geduldig und nicht von meiner Seite weichend, begleitete. Es war schön im Ziel alle unsere Rennsteigläufer zu treffen, glücklich, gesund und munter angekommen zu sein!

Jetzt ist mir als Flachlandtiroler klar was dieser Berg- und Crosslauf bedeutet! Jetzt weiß ich, dass steil steil ist und wie steil steil ist. Jetzt weiß ich wie es ist, urplötzlich vor einem Anstieg zu stehen, einen steilen versteinerten Wurzelpfad abwärts zu laufen, auch mal den Mann mit dem Hammer zu treffen und vor allem, dass die Uhr bei solcherart Lauf anders schlägt als bei einem Stadtlauf auf plattem Asphalt.

Zurück am Startort, nach kleiner Erholungsphase, trafen sich unsere in Neuhaus einquartierten Lauf- und Wanderfreunde in gemütlicher Runde zum Abendbrot. Wie immer ging es lustig zu und so wurde in Begleitung unseres Ziehharmonikaspielers manches schöne Lied geträllert. Keine Müdigkeit vortäuschend, ließen wir den von uns allen gemeisterten Tag anschließend in der GutsMutshalle bei der Abschlussveranstaltung mit Live- Musik, Tanz und einem leckeren Köstritzer ausklingen.

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf…, na mal sehen!

Viele Grüße an die Rennsteigläufer und die, die es noch werden wollen,

von Kathrin und Rainer!








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Laufbericht vom 3. Darss-Halb-/Marathon am 27.04.2008 (Ines und Norbert Schulz)

Egal wann der Darss-Marathon stattfindet, dass Wetter stimmt immer. Bereits zur Pasta-Party streichelten uns abendliche Sonnenstrahlen bei Nudeln satt und alkoholfreiem Erdinger. Pünktlich zum Sonntag riss der Wolkenhimmel auf und die Temperaturen stiegen auf muntere 20°C. Wie in den Vorjahren war alles perfekt organisiert und der Zuschauer- zuspruch gross. Auch viele Butterblumen säumten wieder den Wegesrand. Der Startschuss zum Marathon mit 400 Läufern erfolgte pünktlich um 9.00 Uhr. Als Halbmarathonis konnten Norbert und ich Ulrike und Werner auf den ersten Metern anfeuern. Von unserem ersten Darss-Marathon wussten wir, wie anspruchsvoll die Strecke ist. Zum Halbmarathon starteten wir mit 800 Läufern um 10.00 Uhr. Durch Prerow gelangten wir in den wunderschönen Darsswald. Am Marathonabzweig waren wir froh, uns für die kürzere Strecke entschieden zu haben. Über Born gelangten wir auf dem Boddendeichweg zurück nach Wieck und ins Ziel. Belohnt wurden alle Finisher mit einer Keramikmedaille, guter Kost und einer ausgiebigen Massage. Die Siegerehrung fand wie gewohnt auf den urigen Strohballen statt, wo man beim Erklimmen erneut seine Fitness beweisen musste. Die Ergebnisse, die wir für den LWV Potsdam erlaufen haben: 111.Platz AK M55 = herzlichen Glückwunsch, weil erstmalig unter vier Stunden !!58.Platz AK M40
Marathon Ulrike Stiller3:51:582. AK W45, 11. Platz Frauen gesamt
Halbmarathon Ines Schulz1:42:091. AK W45, 4.Platz Frauen gesamt
Marathon Werner Hanke3:59:12
Thomas Meier4:20:40
Halbmarathon Norbert Schulz1:41:255.Platz AK M50
Wir freuen uns schon auf 2009! Ines und Norbert











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25. Vienna City Marathon am 27.04.2008 (Wolgang Kettmann)

Auch ich wollte schon immer mal nach Wien. Also rechtzeitig bei Air Berlin gebucht und so war der Flug für 2 Personen von Tegel nach Wien und zurück 13 Euro billiger als die Parkgebühren für das Auto am Flughafen.

Das Hotel in zentraler Lage war genial. Direkt am Stadtpark gelegen gegenüber ein fantastisches Panorama rund um den Stephansdom. Ein Highlight war natürlich der Whirlpool im Bad.
120 Meter weiter war ein top Notenladen, besser als der in Dresden. Unter diesen gegebenen Umständen lässt sich leicht erklären, warum Johannes Brahms von 1869 bis 1871 in diesem Hause lebte. Wurde ihm dann wahrscheinlich aber auch zu teuer.

Nach einem deftigen Weaner Schnitzerl und einem würzigen Geisendörfl wurde ich leider darauf aufmerksam gemacht, dass ich ja wohl wegen des Marathons in Wien sei. So ist das wohl, fliegt man nicht allein, wird man vom wesentlichen abgelenkt.

Also ab in die Messehallen am Prater. Dummerweise war auf dem Wege dahin das „Pückerl“, ein Altwiener Cafe mit dezenter Pianomusik (am Freitag). Würde mal sagen, hier gab´s den zweitbesten Apfelstrudel, nicht mal „Meinl“ kann da mithalten.
Auf dem Weg zur Abholung der Unterlagen war ich schon leicht irritiert, weil fast alle 2 Beutel bei sich hatten. Nach erhalt der Startnummer prüfte ich vorsorglich noch einmal ob ich auch wirklich zum Marathon angemeldet war und nicht zum Dschungelcamp.
Neben 250 ml Pflegedusche und 2 Paketen Taschentücher gab´s ein kleines Paket Ariel Compact mit. Da kein Bunsenbrenner bei war habe ich das Spaghettipaket und den gerebelten Basilikum mit nach Hause genommen. Nicht mal die 4 Pakete verschiedene Müsli und Flakes waren zu schaffen. Mit den 0,75 l Römerquellen hätte man eigentlich dies alles schön verpamsen können, aber diesmal war er kein Zoobesuch vorgesehen.
Im Zieleinlauf gab es noch mal einen Beutel voll Verpflegung, sodass ich mit einem 16,7 kg Koffer angereist und mit 20,3 kg abgereist bin.

Ach ja, und dann war ja da noch der Marathon. Von Freitag an wurde über alle Sender an die Läufer appelliert, wie ungesund das ist und wenn man sich wirklich nicht gut fühlt etc. man doch nicht so eitel sein sollte und sich doch auf eine kürzere Strecke umentscheiden könne. Ich habe mir dies sehr zu Herzen genommen und so ging es schon mal vorsorglich auf den Zentralfriedhof. Auf einer Fläche von 260.000 m² befinden sich ca. 3 Mio. Gräber – gut sortiert. Die letzte Stätte von Falco habe ich leider nicht gefunden, aber 150 Jahre Kulturgeschichte im Paket kann man hier schön mitnehmen.
Flugs ging es auf die andere Seite Wiens nach Schönbrunn. In Potsdam gibt es übrigens so etwas ähnliches, ein Vorgärtchen Namens Sanssouci.
Leider muss ich hier wieder auf den Apfelstrudel zurückkommen. Der ist hier in der „Residenz“ in Schönbrunn der Renner von ganz Wien.

Bild 2: vorbei am Schloss Schönbrunn

Selbst 20 m hohe Bäume werden hier oben noch gerade geschnitten, damit sie eine Linie mit den Dächern ergeben. Irgendwo ist die Menschheit krank.
Langsam etwas fußlahm schnell noch in die Garage von Thurn und Taxis. Da taten mir dann selbst 4 Pferde leid, falls sie allein eine solcher Kutschen ziehen mussten.
Also wieder in die öffentlichen und schnell noch ins futuristische Wien – Vienna-UNO-City. Hier sollte ja dann am nächsten Tag der Start sein.

Bild 1: Start in der UNO-City

Alles sehr unwirklich jenseits der Reichsbrücke und den ganzen Donauen die da fließen (hintere, vordere, untere obere, alte, neue Donau). Ich möchte mal fast behaupten, da, wo die großen Schiffe drauf fahren ist die einzige Donau die mit dem historischen Flusslauf überhaupt nichts mehr zu tun haben könnte.

Der Marathon selbst war organisatorisch eine Meisterleistung. Mehrere Bewerbe (deutsch: Wettbewerbe)
zur gleichen Zeit (allein über 1800 Marathon-Staffeln!). Sternenförmig wurde von verschiedenen Seiten immer wieder das Zentrum Wiens angelaufen und trotzdem war abkürzen unmöglich.
Zum Start um 9 Uhr knallte schon die Sonne. Als Patriot habe ich natürlich unsere Vereinserkennungskleidung getragen und mir prompt den ganzen Pelz verbrannt. Leider hatte ich schon nach 2 Kilometern plötzlich undefinierbare Schmerzen zwischen den Schulterblättern und Atemschwierigkeiten, obwohl ich recht gemütlich gelaufen bin. Da ich von verschiedenen ja nun schon gehört habe, dass irgendwie die Lunge zusammenfallen kann ließ ich lieber meiner Fantasie freien Lauf und kam auf die Diagnose verkappter Herzinfakt, denn wie sollte man sonst weiterlaufen können. Jedenfalls ging es noch bis Kilometer 20 halbwegs und ich nahm nicht die Zieleinlaufspur sondern zog weiter. Ärgerlich wenn man sich topp fit fühlt, keine Muskelschmerzen nichts hat, nur bei jeder Erschütterung des Körpers die Luft weg bleibt.

Bild 3: Zieleinlauf durch das Heldentor in den Burggarten

Zumindest bin ich zu der Erkenntnis gekommen, das man, wenn man zügig geht auch noch unter 5 Stunden bleiben kann – und wenn es nur 20 Sekunden sind.

Bild 4: Erholungsbereich Burggarten, im Hintergrund das Wiener Rathaus

Voller Dankbarkeit, dass ich noch lebe haben wir noch 5 Kirchen abgeklappert, wodurch sich die Begeisterung für den Stephansdom stark reduzierte.
Letztendlich konnte ich es mir nicht verkneifen noch im „König von Ungarn“ zu dinnieren, wo sich u.a. die Althabsburger Geschäftsaristokratie durchs Leben frisst, trinkt und sinnlos aber äußerst gewichtig palavert.

Bild 5: Mozart ohne Marathonmedaille

Ich kann nur jedem empfehlen: Fahr mal nach Wien.
Und da bietet sich so ein Marathon als genialer Vorwand an.

W. Kettmann











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New York Marathon 04.11.2007 (Ines und Norbert Schulz)

We finished where we started

Eigentlich ist es unbeschreiblich, was wir dort erlebt haben. Unsere erste Reise nach New York - in diese irre, tolle Stadt, die niemals schläft. Wir kamen am Donnerstag an - bei freundlichen 20°C-und fuhren per Shuttle zur Expo, um unsere Startnummern abzuholen. Unsere persönlichen Chips waren nicht registriert, so dass wir ummelden mussten. Rückzu ein erster Abstecher zum Times Square und ins Hard Rock Cafe.
Am Freitag erkundeten wir Manhattan von der Wasserseite her - fantastische Blicke auf die Skyline und die Brücken, von denen wir einige beim Marathon zu überqueren hatten. Später fand eine kick-off-Veranstaltung mit 2 interessanten Vorträgen zum Thema Marathon statt.
Samstag: Friendship-Run beginnend am UN- Headquarter mit internationalen Kostümen. Nur über 3 km, da gleichzeitig die US-Marathon-Qualifikation im Central Park stattfand. Abends Pasta-Party in Tavern on the Green für 40.000 Teilnehmer in einem sehr schönen Ambiente. Abschließend gab es ein wunderschönes Feuerwerk. Sonntag war es dann soweit. Schon um 6.00 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum Fort Wadsworth ( Startbereich ) auf Staten Island, da um 7.00 Uhr die Verrazano -Bridge bereits geschlossen wurde. Je nach Laufzeit und Geschlecht startete man in 3 verschiedenen Bereichen. Es gab Frühstück und ausreichend Toiletten. Der Start erfolgte um 10.10 Uhr. Ich empfand ihn als unspektakulär und hatte ihn mir auch einfach anders vorgestellt. Nach ca. 20 min düsten auch wir endlich los. Norbert hatte die Kamera dabei und schoss Fotos. Wir durchliefen alle fünf Verwaltungsbezirke - beginnend in Staten Island über Brooklyn nach Queens. Über die Queensboro Bridge erreichten wir die First Avenue in Manhattan, die sich ziemlich hinzieht. Nach einem kurzen Abstecher in die Bronx kehrten wir nach Manhattan/Harlem zurück und kämpften uns über die Anstiege des Central Parks. Der Zuschauerzuspruch ist beeindruckend - es gibt ebenso viele Hände zum Abklatschen wie Läuferbeine unterwegs sind.
Die Temperaturen lagen um die 12 °C. Anfangs schien die Sonne, später frischte der Wind auf. Getränkemäßig war die Versorgung super - Wasser und Gatorade gab es jede Meile ausreichend. Leider versagte unsere persönliche Zeitnahmetechnik, so dass wir völlig nach Gefühl liefen. Die offizielle Laufzeitangabe erfolgte in Meilenabständen. Unterwegs gab es tolle Plakate bzw. T-Shirt-Aufdrucke: “Entschuldigt mein langsames Tempo - zuhause wartet meine Frau auf mich“ oder “der Schmerz ist für heute, aber der Ruhm für immer“. Natürlich waren wir auch mit Spitzenathleten und Prominenten unterwegs: Paula Radcliffe, Gete Wami, Lance Armstrong, Bunert, Wessinghage usw. Es war ein phantastisches Erlebnis - auch aus der Retrospektive. Dazu passte, dass wir persönliche Bestzeit mit 3:52:04 liefen.

Bis zum nächsten Mal!

Ines und Norbert Schulz



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Stockholm Marathon 09.06.2007 (Ines und Norbert Schulz)

Am Freitagvormittag flogen wir mit einer Propellermaschine nach Stockholm und landeten trotzdem wohlbehalten in Arlanda.
Mit der Marathonanmeldung bzw. der Startnummer konnte man die öffentlichen Verkehrsmittel nach Belieben benutzen. Das war praktisch. Die Marathonmesse hielt sich vom Umfang her in Grenzen, aber wir konnten vorbereitend eine schwedische Massage genießen. Bei der Pasta-Party mussten wir uns unsere Nudeln tüchtig erstehen, dafür gab es Nachschlag bis der Nudelbauch proppen voll war.
Anschließend schlenderten wir durch die wunderschöne Altstadt und ließen den Zauber Stockholms auf uns wirken. 17655 Läufer aus 61 Nationen (davon 9152 Ausländer) hatten sich angemeldet. Deutschland lag mit 942 Startern hinter den Finnen an zweiter Stelle. 23% der Teilnehmer waren Frauen. Am Samstag hatten wir viel Zeit für die Vorbereitung, da der Startschuß erst um 14.00 Uhr fiel. Aufgeregt ist man ja immer, aber diesmal kamen noch lauffreundliche Temperaturen von 29°C im Schatten ermutigend hinzu. Jeder suchte den Schatten. So standen wir dicht bei dicht in den Startblöcken, und ich sondierte anhand der Flaggen auf den Startnummern unser internationales Umfeld.
Irgendwann war es soweit und nach und nach setzten sich die Massen in Bewegung und wir waren 2 der unendlich vielen Stockholm-Marathonis. Zum Anfang war es ganz schön eng und man musste auf seine Füße achten. Die erste Runde führte um den Fernsehturm und dann auf dem Strandvägen ins Zentrum, über die Skeppsbron liefen wir durch Gamlastan nach Södermalm hinüber und dann über die Vasterbron auf die andere Seite zurück. Die zweite, etwas längere Runde leitete uns durch die wunderschöne Museumsinsel Djurgarden. Manche Abschnitte lief man in der prallen Sonne, andere lagen teilweise im Schatten.
Alle 3 km gab es Wasser und Energy-Getränke sowie Schwammstationen und Duschen. Sonst hätte man die Hitze auch nicht ertragen. An der Strecke war viel los: Anfeuernde Zuschauer, Bands mit Elektronikverstärkern und das tolle Ambiente von Stockholm. Nur mein Darm vertrug das ganze Durcheinander nicht und ich musste zweimal ins Herzhäuschen, was uns zeitlich leider zurückwarf. In der zweiten Runde lichteten sich die Reihen etwas und da wollte ich es wissen. Meine Innereien einschließlich meiner Atmung waren ruhig und so konnten wir unser Tempo laufen und tüchtig überholen. Die Sachen waren bis zu den Schuhen naß.
Verpflegungsmäßig kamen jetzt die Leckerlies: matschige Bananen, Salzgurken, Riegel und andere Glucosespender, eine kräftige Brühe und schwarzer starker Kaffee. Trotzdem zog sich die Odengatan ziemlich dahin. Doch irgendwann war es dann soweit und wir liefen ins Olympiastadion von 1912 ein.
Ein erhebendes Gefühl und die Gewissheit, es gleich geschafft zu haben. Nach 4h02 min waren wir glücklich im Ziel und strahlten in die Linse des Fotographen.
Der Rest war wieder bestens organisiert. Wir nahmen unsere Medaille, die Finisher-Funktions-T-Shirts und einen Verpflegungsbeutel in Empfang. Damit ausgerüstet stellten wir uns zur Massage an und brauchten trotz der Massen nicht lange zu warten. Wir genossen die wohltuende und ausführliche Massage, wobei für jedes Bein jeweils eine nette Schwedin zuständig war. Das tat so gut. Im Anschluß rückten wir weiter zur Fußstation: Alle Füße wurden fachmännisch begutachtet und versorgt und mit einer Fußmassage entspannt.
Schon dafür lohnt sich der Marathon! Zum Abschluß gabs noch was für den Magen: Hotdog, Knäcke und Dünnbier.
Alles in allem ein gelungener Tag und ein guter Start in unseren Nordschweden Urlaub. Bis zum nächsten Mal!

Ines und Norbert Schulz








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Rennsteiglauf am 19.05.2007 (Petra Höfert)

"Heiheiheihei der Rennsteiglauf, heiheiheihei, wir sind gut drauf...!"

Wie oft haben wir das mitgesungen am letzten Wochenende... Wir waren 20 Gelb-Blaue, davon 5 Halbmarathonläufer(innen), 9 Marathonis und 6 Wanderer.
Allen hat es riesengroßen Spaß gemacht, der Lauf selbst, die Kloßparty, das Abtanzen vorher und nachher... Dieser 35. GutsMuths-Rennsteiglauf war mein erster und sicher nicht mein letzter.
Otto hatte im Vorfeld in den Ravensbergen gesagt: "Denk nicht Wettkampf, denke nur Naturerlebnislauf!" Das war mein Motto, und so habe ich den Großen Beerberg gar nicht so schlimm empfunden und war noch gut bei Kräften auf der Schmücke. Hatte leider bei ca. km 4 ein sehr unschönes Erlebnis, wovor wohl jeder immer ein bißchen Angst hat.
Ein Läufer ist mir direkt vor die Füße gefallen und war sofort blitzeblau. Ich hatte in meinem ganzen (Arzt)Leben noch nie so eine so schlimme Notfallsituation, und das mitten im Wald! Er kam nach Herzdruckmasssage und Beatmung wieder zu sich, war aber bis zum Eintreffen des Rettungswagen nach ca. 25 Min. immer noch völlig desorientiert und kaum ansprechbar. Er wurde dann mit dem Hubschrauber weggeflogen.
Ich hatte vermutlich dadurch besonders viele Streßhormone im Blut, so dass ich die Anstrengungen kaum wahrnahm und ziemlich entspannt einen phantastischen Zieleinlauf hatte. Habe es sehr genossen, danach selbst als Zuschauer die Marathonis einlaufen zu sehen. Die Stimmung war überwältigend, das Wetter sonnenbrandmachend.
Den Slogan "Geh aufs Ganze" für die Strecke von Neuhaus nach Schmiedefeld finde ich auf alle Fälle sehr interessant! Das schönste Ziel der Welt - Schmiedefeld! Ich weiß eigentlich jetzt gar nicht mehr, wie ich mir den Rennsteiglauf immer vorgestellt habe - Fakt ist, dass alle meine Erwartungen wesentlich übertroffen wurden!

Also bis zum nächsten Jahr, wenn der Rennsteig wieder ruft...
Rennsteigläuferin Petra



Nachlese zum Rennsteiglauf

Mein Achter Marathon und es war wohl mit Abstand mein schönster Marathon. Ich habe es einfach genossen, das schöne Wetter, die super Stimmung, die Unterhaltung mit anderen Läufern auf der Strecke und einen für mich sehr entspannten und erholsamen Lauf durch die "Thüringer Alpen".

" Geh aufs Ganze " liebe Petra, nicht nachdenken, sondern Handeln. So hast Du dieses wunderschöne Erlebnis doppelt so lang . Ich bin seit Samstag mit meinen Gedanken an SM, was weniger an meinen sexuellen Neigungen als mein Vorhaben, doch mal den Supermarathon (SM) in Angriff zu nehmen, liegt. Sicher ist dieser Lauf auch nicht ohne Schmerzen zu ertragen, wer weiß....
Nachdenken darf man ja wohl noch und wenn es nicht klappt, kann ich ja immer noch den Start verschlafen....

Ulrike





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Der Lauf durch die grüne Hölle (Ulrike Stiller)

Der Olympiapark um kurz vor 10.00 Uhr bei strahlend blauen Himmel: Am Start steht ein Engländer vor mir und plauscht mit seinem Nachbarn. Er ist am ganzen Körper tätoviert und berichtet voller Stolz, dass er in München seinen 585sten (!) Marathon läuft. EINTAUSEND will er schaffen....

Kurz darauf fällt der Startschuss und gemeinsam mit dem verrückten Engländer und weiteren 10 300 Verrückten begebe ich mich auf "Sightseeingtour" durch München. Bis zur 15 km-Marke durchlaufen wir die berühmten Münchener Ansichten von Schwabing, den Leopoldplatz und den Königsplatz, das Siegestor und später den Marienplatz, wo die meisten Zuschauer platziert sind, so auch meine beiden Töchter und meine kleine Schwester.

Ich fühle mich super und weiter geht es durch Haidhausen, wo junge Nichtsportler an ihren Fenstern sitzen, Zigaretten und Weizenbier frühstücken und durch ihre Musikboxen lautstark die Sportfreunde Stiller präsentieren.

Nun bewegen wir uns in Richtung Norden in den englischen Garten. Hier dünnen sich die Zuschauerreihen deutlich aus. Noch geht es mir gut! Irgendwo bei km 33 steht er dann aber doch..., der berühmte "Marathonkillerman" und diesmal hat dieser Fiesling einen ganz besonders großen Hammer mitgebracht. Los geht es mit einem Ziehen in der Wade, welches sich irgendwann bis in mein Hinterteil bewegt. Dadurch werde ich immer wieder zu Gehpausen gezwungen. Dies ist mir bei meinen bisherigen Marathons noch nicht passiert.

Ich bin wütend über meine körperliche Schwäche und meine aufkommende LMAA-Stimmung. Wahrscheinlich war es doch falsch von mir, 14 Tage vorher den Berlin-Marathon mitzulaufen.

Sogar Gedanken an "Aufhören" kommen auf. Das geht nun aber wirklich zu weit!?! Schließlich werde ich im Olympiastadion von meinen "Fans" erwartet und die will und kann ich nicht enttäuschen. Enttäuschen will ich auch meine Lauffreunde nicht, die mir zu Hause sicher ganz doll die Daumen drücken und mit denen ich viele Kilometer gemeinsam trainiert habe.

Danke für die lieben Mails und die persönlichen Wünsche, die ich gedanklich mit auf meine Reise durch die "grüne Hölle" genommen habe. So rette ich mich von Kilometer zu Kilometer über die Runden. Kurz vor km 39 steht ein Vater mit seinen "zwoa Buben" und zu dritt singen sie lauthals nach der Melodie " Ihr könnt nach Hause gehn", die Worte " Wir woll'n euch lachen sehn, wir wolln euch schneller sehn..." Es ist rührend!

Mir hängt zwar der Arsch voller Tränen und das Lachen ist mir vergangen, aber auch die Schmerzen sind nicht mehr da. Und so geht es dann doch wieder in Lauftempo in Richtung Ziel. Just in dem Moment, als ich in das Stadion laufe (übrigens durch ein mit Lasershow erhelltes und mit Discosound beschallter Stadiontunnel, ...einfach geil) erklingt die deutsche Nationalhymne. Übrigens nicht für mich gespielt, sondern zur Siegerehrung der Deutschen Meisterschaft.

Aber irgendwie fühlte ich mich auch wie ein Sieger, wenn auch ein kleiner, geschundener und mal wieder mit der Zeit nicht zufriedener Sieger. Lustig war dann doch mit anzusehen, wie sich hunderte von Läufern aus dem Stadionoval die vielen, vielen Stufen nach oben bewegten.

Mal kriechend, mal rückwärts gehend oder zur Hälfte erst mal ne Pause einlegend... Bis zum nächsten Marathon, auch wenn es keine 1000 Läufe werden..., oder doch ???

Ulrike








Mal kriechend, mal rückwärts gehend oder zur Hälfte erst mal ne Pause einlegend... Bis zum nächsten Marathon, auch wenn es keine 1000 Läufe werden..., oder doch ???

Ulrike








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Erlebnislauf bei schönstem Wetter (Manfred Kienitz)

Hallo, liebe Sportfreunde,

den Bericht von Petra fand so interessant, daß ich auch mal kurz mein Gedanken äußern möchte. Ich hatte schon gedacht, daß ich in der Vorbereitung des Marathons was verkehrt gemacht habe. Aber mit zeitlichen Abstand und mit weiteren Infos, ob aus Zeitungen oder wie Deine Mail, merke ich, daß andere Läufer während des Laufes Gedanken hatten, die positiv oder auch manchmal nach dem Motto "womit hast Du das heute verdient" waren.

Nun habe ich mal meine Zwischenzeiten rausgezogen und gemerkt, daß bis km 25 etwa alles o.k. war. Dann kamen manchmal, wie gesagt die "blöden" Gedanken. Auch ich mußte zwischendurch einfach mal gehen, was ich bisher bei den anderen Marathons nicht kannte. Ich denke, daß wir (Ulrike und ich) für mich zu schnell angegangen sind. Dazu kam dann noch die für diese Zeit ungewohnte Hitze (es war ja der wärmste Tag seit der Wetteraufzeichnung am 24.09.). Trotz dem ich unterwegs immer getrunken und gegessen habe, die Schwierigkeiten waren an diesem Tag einfach da.

Wobei ich mir im Vorfeld auf diesen Lauf des Jahres keine Zeit vorgenommen habe, um mich nicht zusätzlich unter Druck zu setzen, denn ich bin ein Freizeitläufer, habe keine Wette abgeschlossen und brauche auch keinen etwas zu beweisen. Einfach nur laufen, um Spaß und Freude zu haben. Ich hatte nur einen Gedanken:Hoffentlich kommt bald das Brandenburger Tor, dann bist Du im Ziel und bekommst die Medaille, daß Du durchgekommen bist, egal dann wie. Dazu kam noch, daß ich am linken Fuß in der Mitte einen "luftbereiften" Zeh hatte. Ich habe zwar beim Laufen gemerkt, daß da was sein muß, aber nicht so. Die Schuhe und auch die Socken waren nicht neu und schon getragen.

Am Montag habe ich dann in der MAZ gelesen, wie 2 Läufer aus Potsdam (Lok & PLC) ihre "Laufprobleme bewältigten, diese mußten rückwärts die Treppen runter gehen. Da konnte ich von mir sagen:"Mir gehts schon wieder besser". Ich hatte nämlich noch einen Tag Urlaub und da bin ich ins Fitness-Studio, eine halbe Stunde ganz gemütlich auf dem Laufband, um die Muskeln zu lockern und dann erholsam in die Sauna.

Jetzt laufe ich wieder in regelmäßigen Abständen zwischen meinen Diensten oder eben danach. Keine Müdigkeit aufkommen lassen, aber keine Tempo-Trainingsläufe - einfach nur so um Spaß zu haben, denn der nächste HM bzw.Marathon kommt im Jahr 2007 bestimmt.

Sport frei

Manfred Kienitz






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Mein dritter Marathon (Petra Höfert)

Liebe Familie, liebe Freunde, ich hatte Euch im letzten Jahr nach meinem 2. (Glücks-)Marathon wieder eine Mail in 2006 versprochen und das will ich jetzt einlösen. Nur deshalb habe ich die lange Strecke durchgehalten!

Diesmal werfen die Endorphine in meinem Blut keine Blasen, ich weiß gar nicht, wo die sind...

Meine beiden ersten Marathons habe ich voller Glück und Freude erlebt, bin die ganzen gut 42 km mit einem Lächeln gelaufen, war voller Energie und Durchhaltewillen, keinen Moment an mir selbst zweifelnd.

Diesmal hatte ich schon nach 10 km die Nase voll und hab mir gesagt, das ist jetzt wohl mein letzter Marathon. Den noch und dann nur noch halbe. Nur ins Ziel, aber auch der Weg ist das Ziel!

Soeben habe ich im Internet gelesen, dass es 1192 Aussteiger gab! Was für ein tolles Gefühl, nicht der 1193. gewesen zu sein!

Mein Cousin hatte im Sommer zu mir gesagt, Petra, du wirst nächstes Jahr 50, du musst doch keine 42 km mehr laufen!

Das war der Beginn der Demotivation. Zuvor ein scheußlich langer Winter, der das Laufen beinahe unmöglich machte. Dann die Krankheit und der plötzliche Tod unseres geliebten Hundes Elvis, der ja mein personal trainer war. Das hat uns alle mächtig getroffen.

Dann der heiße Sommer. Letztendlich hatte ich ca. 400 km weniger trainiert, dafür auch noch 3 kg mehr angefressen als im Vorjahr.

Das konnte ja alles nicht gut gehen! Dann auch noch die Hitze am Sonntag, der Wind!

Wolfgang Sarembe, der seinen 40. Marathon gelaufen ist, wofür er abends im Oxhoft einen Blumenstrauß in Vereinsfarbe von uns erhielt ( gelbe Staudensonnenblumen mit blauem Band) , sprach von einem "Mördertrip", es wäre einer seiner schwersten Läufe gewesen. Das hat mich natürlich getröstet! Danke, Wolfgang!

Das ganze Drumherum war wieder fabelhaft, da gibt es überhaupt nichts dran auszusetzen, super Stimmung an der Strecke, super Organisation, super Wetter, alles bestens!

Ich habe den Start z.B. noch nie so schön erlebt, denn wir standen zu sechst recht weit vorne am Beginn des Blockes H, so dass wir warm up und Startworte mitgekriegt haben, was sonst nie der Fall war.

Die älteste Teilnehmerin war 75, der älteste Teilnehmer 85, hörten wir da. Wahnsinn!

Die ersten 7 km bin ich mit Jördis gelaufen. Viel zu schnell, wie ich bald merkte! Als ich hinter der Jannowitzbrücke meine Familie zu ersten Mal traf, war ich schon völlig fertig. Wollte da bleiben.

Aber nicht wirklich! Janet bot mir an, schon bei km 22-23 einzusteigen. Hab erstmal abgelehnt, weil ich echt dachte, Janet zu überfordern! Hab mich schon zigmal dafür entschuldigt. Janet war dann meine Rettung.

Sie hat mich ins Ziel geschleppt. Und Ihr anderen alle, die Ihr an der Strecke standet, Ernst, Rita, Krügers, Mnich- family und Co- das war ganz toll von Euch!!!, Hans- Jürgen, der die schönen Fotos gemacht hat (das mit dem schwarzen Mann anbei) und vor allem auch Wolfgang Weise, bei dem ich mich immer wieder ausgeheult habe. Danke Wolfgang, bist ein echter Kumpel!

Und Frida, dass ich Dich noch traf Unter den Linden auf der Zielgeraden, hat mich echt sehr gefreut! Du warst so wunderschön! Ich sehe Dich ja jeden Tag in meinem Sprechzimmer auf der Collage vom letzten Jahr, Du hast diesmal ganz anders ausgesehen, so schick im Kleidchen und überhaupt! Nicht so wie man als Läuferin kurz vor dem Ziel aussieht! Frida, ich nehme Dich beim Wort, lass mich nicht noch mal hängen! Und Janet macht dann vielleicht auch richtig mit! Und Kira auch wieder, aber die läuft schneller! Sie kann ja dann im Ziel schon mal mit Jördis eine Massage nehmen...

Mal zum Registrieren: Familie Krüger hat jedes Jahr eine andere Frau ins Rennen geschickt- zuerst Kira, dann Mutter Angela, jetzt Jördis.

Auch allen anderen Ungenannten Dank für die immerwährende Unterstützung- meinen vielen Freunden vom Laufverein, el presidente Otto und Radfahrerin Ingrid (der Lauf- und Wandertag um den Großen Seddiner See an einem stinknormalen Donnerstag war echt toll!), Fam. Bickel und Leunert für die guten Wünsche (Henning, was hab ich oft an Dich gedacht!), Ulrike für das immer sprühende Leben und die table dances ( alles Gute f. München 08.10.und dass Du endlich mal mit Deiner Zeit zufrieden bist, wir schicken Gregor und Janet an die Strecke!), Martin fürs Dasein vorm Kanzleramt usw., meiner Mutter, meiner Schwester Doris, meiner Nichte Undine, meinen vielen lieben Freundinnen und und und...

Hallo Heidi Schner, ich weiß, dass Du die Mail liest -- und auch Dir noch mal danke, Du weißt schon!

Robert Krause, wie ist es Dir eigentlich ergangen, Du meldest Dich ja überhaupt nicht mehr!

Jördis, besten Dank für Deine Mail! Schön, dass Ihr einen Apparat dabeihattet, die Fotos aus der Läuferperspektive sind besonders rührend, wird alles ausgedruckt und abgeheftet...

Was ich übrigens ganz toll fand dieses Jahr: auf der Messe waren riesige Wände aufgebaut, wo jeder seinen Grund schreiben konnte/sollte, warum er (Marathon) läuft. Alle Gründe wurden in der Berliner Morgenpost veröffentlicht. Ist total interessant zu lesen. Auch ich habe ganz spontan 3 aufgeschrieben, aber mir fallen immer weitere ein. Schreib ich aber jetzt nicht- keine Angst!

Fakt ist für mich: weiterlaufen, mehr laufen, weniger Schokolade und Sekt und damit BMI, weiter immer mit dem Rad zur Arbeit fahren, bloß keine Wohlstandskrankheiten kriegen...

Aber Faulenzen ist auch schön, "Sakrileg" lesen, "Das Parfüm" gucken (muss man aber nicht, das Buch ist wirklich viel besser!), bald das neue Theater in Potsdam besuchen, fettes Eisbein essen am morgigen Freitag mit allen Helfern des Nuthetalcrosslaufs...

Also bis morgen, liebe blau-gelben Freunde!

Ich melde mich Ende Sept. 07 wieder mit einem neuen Bericht. Versprochen!

Liebe Grüße Euch allen

Petra








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Gute Vorsätze kann man erreichen! (Jördis Krüger)

Lieber Laufverein, dieses Jahr wurde ich im Rahmen des Marathon-Oxhoft-Abendessens "auserwählt", als eine unter den drei Marathon-Neustartern, neben Frank K. und Wolfgang L., einen kleinen Artikel zum diesjährigen 42km-Lauf in Berlin zu verfassen.

Wo fange ich an? Jeder von euch kennt die Situation in der Silvesternacht, in der man sich zum Neujahrsbeginn Ziele für das kommende Jahr oder die Zukunft setzt. Meist sind es die typischen Herausforderungen wie mit dem Rauchen aufzuhören, sich gesünder zu ernähren oder sportlich aktiver zu werden. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben ein Ziel aus dieser Silvesternacht verwirklicht - den Berlin Marathon 2006!

Angesteckt durch die Marathonläufe meiner Schwester und meiner Mutti in den Vorjahren wollte nun auch ich endlich die Ziellinie kurz hinter dem Brandenburger Tor überqueren und vor Freude und Schmerzen nicht mehr gehen können.

Viele Tage quälte ich mich morgens aus dem Bett, um im Park eine kleine 10km Runde zu drehen und dem selbst auferlegten Trainingplan zufolgen. Langsam steigerte ich die Distanzen und begann mich an öffentlichen Läufen zu beteiligen. Der rbb Lauf im Mai war mein erster Wettkampf dieser Art und ich war fasziniert von der Atmosphäre, der Stimmung und natürlich dem Siegergefühl (egal welche Zeit - einfach nur geschafft). Durch meine Familie wurde ich immer mehr in euren LWV integriert und lernte auf so manchen Läufen (z.B. Potsdamer Schlössermarathon oder Rostocker Marathonnacht) eure kleine, aber feine Truppe kennen. Es macht wirklich viel Spaß mit euch Sportlern an den Start zu gehen, sich danach viele Glückwünsche zur vollbrachten Leistung zu geben sowie zu hören und danach in geselliger Runde das Erlebnis ausklingen zu lassen. Auch wenn ich neben Martin das jüngste Kücken im Stall bin, ist es immer wieder schön, den LWV-Teamgeist zu erleben. Dafür danke ich jedem von euch, besonders natürlich meiner Familie und Höferts, die mich unterstützt, motiviert und angefeuert haben.

Bis bald zum nächsten Lauf!

Jördis








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9. Oberelbe-Marathon am 30.04.2006 (Kathrin und Rainer Palm)

An unserem Anreisetag, Samstag den 29. April, empfing uns Dresden von seiner ungemütlichsten Seite. Starker Regen und extrem böiger Wind ließen die Vorfreude auf unseren ersten Marathon leicht sinken. Der Wettkampftag begrüßte uns dann mit gerade einmal 4 Grad und pünktlich zum Startschuss in Königstein setzte leichter Nieselregen ein.
Bei der zweiten bevorstehenden Bahngleisüberquerung gab es eine Überraschung, die Schranke schloss sich! Also zog sich die Schlange der Läuferschar mit den Trinkbechern der ersten Verpflegungsstelle in der Hand, Trepp auf, Trepp ab durch den Bahnhof. Das Wetter verbesserte sich zum Glück ständig und Pirna erreichten wir im schönsten Sonnenschein. Überhaupt bot die Strecke entlang der Elbe mit vielen Sehenswürdigkeiten und der reizvollen Landschaft einen tollen Ausblick auf die bevorstehenden Kilometer. Ein besonders ambitionierter Läufer legte die gesamte Strecke sogar im Rückwärtsgang zurück. Wir waren auf jeden Fall glücklich und zufrieden nach 3 Stunden und 47 Minuten das Ziel erreicht zu haben.

Kathrin und Rainer Palm






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Ein Traum wurde wahr, mein erster Marathon (Angela Krüger)

Liebe Sportfreunde vom LWV, liebe Verwandte und Bekannte

Ihr sollt nun heute auch von mir einige Eindrücke vom gestrigen 32.Berlin Marathon bekommen.Bei Eintritt in den LWV Potsdam habe ich mir nie und nimmer träumen lassen, irgendwann einmal an solch großen Laufereignissen wie "Marathon", aktiv teilzunehmen. Aber viele Puzzle ergeben nach und nach ein Bild. Und so habe ich, sofern es meine Zeit erlaubte, mit Euch gemeinsam an einigen Lauf-Wettkämpfen teilgenommen, die für mich eine tolle Bereicherung im "Alltagstrott " waren.

Die spontane Idee von Petra Höfert und meiner Tochter Kira im letzten Jahr den 31. Berlin-Marathon 2004 mitzulaufen, machten mich sehr nachdenklich - ob sie es damit nicht doch etwas übertreiben?????

Aber sie sollten es unbedingt schaffen, deshalb stand auch ich erstmals mit Familie Höfert an den Berliner Straßen der Marathon-Strecke zum Anfeuern, Verpflegen und Aufmuntern. Die letzten 10 Km ging ich, entgegen aller Vorschriften mit auf die Strecke, um Petra aktiv Mut zu machen und sie etwas abzulenken. Und das war der ausschlaggebende Punkt für meine Entscheidung, im nächsten Jahr auch aktiv dabei zu sein.

Aber vom Zeitpunkt der Anmeldung zum 32.BM bis zum konkreten Termin am 25. September vergehen sehr viele Monate, und man denkt oft über die Richtigkeit der Entscheidung nach.Die vielen Beteuerungen von Euch, dass ich diese lange Distanz von 42,195km mit Bravour bestehen würde, machten mir zwar Hoffnung aber räumten meine Zweifel nicht völlig aus. Umso mehr aber wurde ich in meinem Ehrgeiz angestachelt- es ordentlich zu machen. Die vielen Wochen Laufvorbereitungen nach Trainingsplan brachten meinen Mann manchmal zur Verzweiflung. Und trotzdem stand er mir beim letzten großen Vorbereitungslauf von 30 km mit dem Fahrrad zur Seite und begleitete mich mit Verpflegung. Eigentlich war ich nicht sehr aufgeregt, da ich sicher war, alles Notwendige trainiert zu haben. Nur die sich kurz vorher noch eingeschlichenen "Muskel-Wehwehchen" machten mich unruhig.

Am 25. September war endlich Schluss mit allem wenn und aber. Nach kurzer Nacht trafen wir uns am Potsdamer Haupthof - und erlebten einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Potsdamer Platz. Sternenförmig strömten aus allen Straßen tausende Laufteilnehmer zusammen, ein erhebendes Gefühl - es verlief alles sehr ruhig und gut organisiert ab. Das kurzweilige Lampenfieber legte sich schnell unter der Obhut von Henning, Heiko, Günter, Petra und Felix - Es wurde viel gescherzt und erzählt, so das die Wartezeit vor dem Startschuss schnell verging. Es herrschte eine Superstimmung, die Streckenführung war sehr interessant. Ich sah viele Straßenzüge aus der Fußgängerperspektive die mich manchmal nachdenklich machten, mit denen auch alte Erinnerungen verbunden waren. Viele tolle Momente strömten auf uns ein. Die Berliner säumten nicht nur jubelnd und anfeuernd die Straßenränder sondern riefen, sangen und winkten von den Fenstern und Balkonen. Einige brachten ihre Musikanlagen vor die Häuser oder auf die Balkone und beschallten die Laufstrecke mit Rock, Blues oder Klassik. Bei supertollem Spätsommerwetter verging so die Zeit sehr schnell und ich schöpfte neuen Mut für die nächsten 20 km. Einige Nachtbars hatten noch geöffnet und ihre "Tanzgirls" auf die Strasse geschickt. Es war neben aller Strapaze auch viel Spaß am Wegesrand. Aber irgendwann kommt bei jedem die Erschöpfung. Bei mir stellte sie sich bei km 28-30 ein. Meine Tochter Jördis stand dann bei km 31 im Laufdress und reihte sich unter uns abgekämpfte Läufer. Sie unterhielt mich am laufendem Band und ich vergaß für einige Kilometer meine schmerzenden Füße, Knie und Oberschenkel. Ein Jubelschrei und Hochsprung machte ich dann bei km 40 - vorletzte Zeitnahme. Aber auch 2 km können lang werden. Zum Glück standen so viele Berliner und Zuschauer an der Strecke, die uns immer und immer wieder zuriefen, "Ihr schaftt es", "Ihr seid super und Spitze". Jördis verpasste den rechtzeitigen Austritt, so dass sie mit mir durchs Ziel lief. Es war unbeschreiblich schön mit ihr durchs Ziel zu laufen . Die Gefühle waren berauschend- von Lachen - Gänsehaut - Tränen - Triumph - Erleichterung - Glück und Freude.

Nach dem alle durchs Ziel kamen trafen wir uns dann alle noch einmal vor dem Bundeskanzleramt zur Auswertung und Fotosession. Leider funktionierte just in dem Moment die Digitalkamera nicht, so dass nur normale Fotos gemacht werden konnten. Ich werde sie für die "Marathonis" verfielfältigen. Für die Motivation und Fotos am Straßenrand, für die Telefonate, E-Mails mit Fotos und die Glückwünsche bedanke ich mich vielmals. Dirk - Dir ein ganz besonderes Dankeschön -

Auf ein baldiges Wiedersehen - Eure Angela -



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Jetzt erst recht, mein zweiter Marathon (Petra Höfert)

Liebe Familie, liebe Freunde, " In meinem Blut werfen die Endorphine Blasen..." Wer von Euch halbwüchsige Kinder hat, kennt gewiß diese Zeile aus dem aktuellen Song von "Wir sind Helden". Ja, so geht es mir seit letzten Sonntag! Viele von Euch haben vor einem Jahr meine 1. Marathonmail erhalten, nun also die Fortsetzung!

Ulrike und Susann, Ihr hattet nicht recht! Ihr habt noch im Regionalexpress, als wir durch das erwachende Berlin fuhren, gesagt, der erste Marathon wäre sowieso der schönste.Das hat mich ein bißchen demotiviert, und deshalb muß ich Euch unbedingt widersprechen! Mein zweiter Marathon war noch viel schöner als der erste!

Es muß wirklich an dem Kaiserwetter gelegen haben, das uns Läufer und die Zuschauer gleichermaßen beflügelt hat! Ich hatte andere Ängste als vor einem Jahr, so etwa wie "das zweite Kind kriegen". Man weiß genau, wie strapaziös und schmerzhaft es wird und wie unendlich lange es dauert. Und doch reiht man sich wieder unter vierzigtausend Gleichgesinnte, um sich die "Hatz durch die Hauptstadt" (MAZ) anzutun, denn man hat auch " noch so ein angenehmes Gefühl in der Ferne" (R.K.). Am Start schon verging die Zeit wie im Flug, wir standen zu acht und Günter hat Witze erzählt. Es gab unheimlich viele schöne Erlebnisse während der vielen Stunden. z.B. lief vor mir ein jüngerer kräftiger Mann, auf dessen Shirt stand: Früher war ich ein faules Schwein, heute bin ich ein Finisher. Eine Läuferin trug auf ihrem Rücken: Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt! Als wir schon das Brandenburger Tor sahen, rief uns eine Frau zu: "Ihr seid die wahren Helden!".

Danke! - meinem lieben Ehemann zuerst, der als Fan und Coach wieder mal ein Jahr lang alle meine Macken ertragen hat! Der Tag an den vielen Streckenpunkten war auch für ihn recht anstrengend, aber seitdem er auch gelb/blau trägt, erkenne ich ihn schon ganz weit vorher! Danke für alle Eure Mails, Anrufe, SMS und Grüße und Grußkarten vorher und nachher! Danke an die immer aufmerksame Gabi für den netten Brief und den Massagegutschein! Danke an die ebenso immer aufmerkame Ute die Gute, Deine tolle Karte "Think positive" hängt an meiner Pinwand in der Praxis und da schaue ich immerzu drauf! Danke für die wunderbare Umarmung am Roseneck! Danke an Birgit Leunert, von deren Energie auch ich profitiert habe! Das Nudelessen im Oxhoft war eine tolle Idee und Eure Annonce in der MAZ genauso- habe ich ausgeschnitten und mich auch angesprochen gefühlt!

Danke auch an Frida, die ich erst am Start kennengelernt habe und mit der ich dann Hand in Hand nach 5 Stunden und 13 Minuten ins Ziel gelaufen bin. Da kam übrigens gerade von Jeanette Biedermann "Right now", das weiß ich jetzt v. Videoclip! Frida hatte sehr geschickt viele Freunde und ihren Vater am Straßenrand plaziert, so dass auch ich viel Abwechslung hatte. Danke an Wolfgang und Hans- Jürgen für ihre Unterstützung und für die Fotos, die abends schon auf meinem Laptop waren! Danke an meine liebe Schwester Doris für lange Telefonate vorher und Ihr Dasein vor der Humboldt- Uni und auf der Kanzlerwiese. Doris, Du weißt doch: Schwestern durch Zufall, Freundinnen aus Wahl! Danke an all meine vielen Lauffreunde für die Freundschaft und das Zusammensein bei vielen Gelegenheiten, bei denen es manchmal auch n i c h t um das Laufen geht!

Danke Dir, Präsident Otto, dass Du diese tolle Truppe mit soviel Enthusiasmus regierst und dass Du mich vor 2 Jahren angesprochen hast!

Angela und Henning, Euch beiden gratuliere ich sehr herzlich zu Eurem 1. Marathon! Danke Dir, Angela, für Deine Mail! Henning, wann kommt Deine? Möchte an dieser Stelle nochmal öffentlich sagen, dass mich Deine Begleitung bei der 2. Runde des 17-km- Nuthetalcrosslaufes echt gerührt hat!

Übrigens ging es mir diesmal nach dem Marathon hundertmal besser als im Vorjahr! Leute, tragt MBT- Schuhe, es hat ganz gewiß damit zu tun!

Jetzt ist erst mal ein bißchen Faulheit angesagt. In wenigen Tagen fahren wir an den Gardasee, ohne Kinder, denn die sind und waren gerade in der Welt unterwegs, gestern kamen Peter aus Barcelona und Paul aus Petersburg zurück, Gregor ist sowieso in München. Auch personal trainer Baby Schnuffbacke bleibt daheim und geht sowieso nur auf Sparflamme gassi mit den Kindern, kann sich von den über 1000 gelaufenen Trainingskilometern seit Januar erholen. Katerchen Karlo liegt sowieso faul rum. Übrigens sind beide inzwischen dicke Freunde geworden!

Also macht`s gut, Ihr Lieben, ich melde mich spätestens Anfang Oktober 2006 wieder!

Eure Petra